TicWatch Pro 3 Ultra im Erfahrungsbericht: Mich hat keine Smartwatch so gespalten
Fazit in Kürze
Die TicWatch Pro 3 Ultra ist eine große, sportliche Smartwatch mit Gestensteuerung, automatischer Workout-Erkennung und 3,5 Tagen Akku. Zur UVP von 299 € hätte Jen nicht geraten, für 219 € ist sie ein sehr guter Begleiter.
Tops
- Dual-Layer-Display: immer ablesbare Uhrzeit, dazu das Smartwatch-Display
- Gestensteuerung per Handgelenkdrehen, auch mit Handschuhen oder nassen Fingern nutzbar
- Akku hält bei Jen dreieinhalb Tage
- Automatische Workout-Erkennung schon nach wenigen Minuten, gutes GPS
- Mit nur 41 g sehr angenehm zu tragen
- IP68 und Wear OS mit Google Maps, Spotify, Google Pay und Google Assistant
Flops
- Sehr groß, passt nicht zu schmalem Handgelenk, keine kleinere Variante
- Schlaftracking misst die Schlafphasen im Vergleich zum Oura Ring nicht korrekt
- Ruhemodus des Smartphones wird nicht mit der Uhr synchronisiert
- Aufladen dauert zwei Stunden
- Überschaubare Auswahl an Ziffernblättern, Komplikationen nicht frei einstellbar
Kein Technikgerät hat mich bisher so gespalten wie die TicWatch Pro 3 Ultra von Mobvoi. Das beginnt schon beim Unboxing: Die Verpackung erinnert stark an Apples Verpackungskunst, was mich zunächst positiv gestimmt hat. Dann kommt die Uhr zum Vorschein, und die ist ein ganz schöner Klopper.
Design und Größe
Ich ordne die Uhr in die Kategorie dezente Abenteuer-Smartwatch ein. Sie hat ein 1,4 Zoll großes AMOLED-Display aus Corning Gorilla Glas und eine Edelstahllünette, die sich nicht drehen lässt. Auch die beiden hervorstehenden Bedienknöpfe sehen aus, als könnte man sie drehen. Man kann es auch, es tut sich nur leider nichts.
Die Smartwatch gehört klar ins größere Segment, was zu meinem schmalen Handgelenk nicht so recht passt. Ich hätte mir mehr Mühe gewünscht, vielleicht eine Version für eine weiblichere Zielgruppe in Beige oder Gold. Ein kleineres Wechselarmband gibt es auch nicht. Dafür ist es ein 20-mm-Armband mit Standardadapter, sodass ich meine Sammlung von Galaxy-Watch-Armbändern verwenden kann.
Überrascht hat mich, wie leicht die Uhr mit 41 g ist. Das macht sie sehr angenehm zu tragen, und das ist für mich eines der wichtigsten Argumente für oder gegen eine Smartwatch.
Dual-Layer-Display und Gestensteuerung
Die Besonderheit ist die Dual-Layer-Display-Technologie 2.0. Zwei Displays liegen aufeinander. Das erste ist quasi ein reduziertes Always-on-Display, das sich nicht ausschalten lässt, aber immer die Zeit anzeigt. Per Tippen oder Handgelenkdrehen deaktiviert man es. Der zweite Layer ist das Smartwatch-Display, auf dem man zusätzlich ein Always-on-Display aktivieren kann.
Positiv überrascht hat mich die Gestensteuerung. Dreht man das Handgelenk in die eine oder andere Richtung, scrollt man, etwa auf dem Startbildschirm zu den Einstellungen oder Benachrichtigungen. Ich finde das eine innovative Idee. Mit Handschuhen oder nassen oder dreckigen Fingern kann man trotzdem Benachrichtigungen lesen. Schüttelt man das Handgelenk, kommt man zurück zum Startbildschirm.
Der Startbildschirm ist groß und gut ablesbar. Die Auswahl an schönen Ziffernblättern in der Wear-OS-App ist aber überschaubar, und die Komplikationen lassen sich nicht beliebig einstellen.
Apps und Gesundheitsdaten
Neben der Wear-OS-App braucht man die Mobvoi-App des Herstellers, um auf die Gesundheitsdaten zuzugreifen. Heute braucht man irgendwie immer mindestens zwei Apps für eine Smartwatch, das finde ich eine merkwürdige Entwicklung. Die Mobvoi-App ist schön aufgebaut und zeigt auf einen Blick Herzfrequenz, Blutsauerstoff und Stresslevel. Allerdings muss man von allein darauf kommen, das Tracking der Gesundheitsdaten einzeln einzuschalten. Besser wäre es, am Anfang zu fragen, ob man alles auf einmal einschalten möchte.
Das Schlaftracking habe ich mit meinem Oura Ring verglichen. Die TicWatch misst zwar sehr genau, wie lange ich geschlafen habe, die einzelnen Schlafphasen werden im Vergleich zum Oura Ring aber nicht korrekt gemessen.
Sport und Alltag
Sehr gut funktioniert die automatische Workout-Erkennung beim Spazieren oder Laufen. Sie schlägt nicht erst nach 10 Minuten an wie bei der Apple Watch oder Galaxy Watch, sondern nach wenigen Minuten. Dank GPS klappt das Tracking draußen hervorragend. Radfahren erkennt die Uhr bei mir nicht automatisch. Dazu gibt es unzählige Sportmodi.
Dank Wear OS sind Google Maps, Spotify, Google Pay und der Google Assistant an Bord. Den Assistant erreicht man mit einem Wisch nach rechts, wo man auch eine Tagesübersicht samt Zitat sieht, oder durch Gedrückthalten des oberen rechten Knopfs. Weitere Apps lädt man über den Play Store. Telefonieren und Antworten auf Nachrichten funktionieren hervorragend, ohne das Smartphone in die Hand zu nehmen.
Akku und Kritik
Der 577-mAh-Akku hält bei mir dreieinhalb Tage, im Vergleich zu Galaxy und Apple Watch eine Wohltat. Das Aufladen mit dem mitgelieferten Kabel dauert allerdings ganze zwei Stunden. Die Uhr ist nach IP68 zertifiziert.
Gestört hat mich, dass der Ruhemodus des Smartphones nicht mit der Uhr synchronisiert wird. Entweder ich vergesse, die Uhr in den Ruhemodus zu setzen, und werde nachts geweckt, oder ich vergesse morgens, ihn wieder auszuschalten, und bekomme keine Benachrichtigungen mehr. Das habe ich auch bei der Pixel Watch bemängelt. Der Vibrationsmotor könnte außerdem etwas dumpfer sein.
Preis und Fazit
Bei der UVP von 299 € zum Marktstart hätte ich wahrscheinlich nicht unbedingt zum Kauf geraten. Der Hersteller bietet die Uhr aber bereits auf seiner Webseite für 219 € an, und dann wird es interessant. Wer das sportliche, große Design mag, bekommt mit der TicWatch Pro 3 Ultra eine sehr gute und zuverlässige Smartwatch für Sport und unterwegs. Sie ist vollgepackt mit Features wie Gestenerkennung, automatischem Workout-Tracking und den nützlichen Google-Apps und dank ihres geringen Gewichts angenehm zu tragen.
Fragen und Antworten
- Was kostet die TicWatch Pro 3 Ultra?
- Die UVP lag zum Marktstart bei 299 €. Zum Zeitpunkt des Videos im März 2023 bot der Hersteller die Uhr auf seiner Webseite für 219 € an.
- Wie lange hält der Akku der TicWatch Pro 3 Ultra?
- Bei Jen hält der 577-mAh-Akku dreieinhalb Tage. Das Aufladen mit dem mitgelieferten Kabel dauert allerdings zwei Stunden.
- Was ist das Dual-Layer-Display der TicWatch Pro 3 Ultra?
- Zwei Displays liegen aufeinander. Das erste zeigt wie ein reduziertes Always-on-Display immer die Zeit an, das zweite ist das Smartwatch-Display.
- Ist die TicWatch Pro 3 Ultra wasserdicht?
- Sie ist nach IP68 zertifiziert und damit wasserdicht.
- Welche Apps braucht man für die TicWatch Pro 3 Ultra?
- Neben der Wear-OS-App braucht man die Mobvoi-App des Herstellers, um auf die Gesundheitsdaten zuzugreifen.