Nothing Phone (3a) und Phone (3a) Pro im Test: Was unterscheidet die beiden?
Fazit in Kürze
Nothing packt in das Phone (3a) und das Phone (3a) Pro (ab 559 €) viel Leistung, ein eigenständiges Design und eine hochwertige Verarbeitung. Der größte Unterschied liegt in der Kamera, das Pro hat zusätzlich eSIM. Der Essential Key ist Geschmackssache.
Tops
- Transparente Rückseite mit Glyph-Lichtern, hochwertigere Verarbeitung als bei den Vorgängern
- Eigenes Nothing OS 3.1 auf Android 15, drei Jahre System- und vier Jahre Sicherheitsupdates
- 6,77-Zoll-AMOLED mit bis zu 120 Hz und bis zu 3.000 Nits
- 5.000-mAh-Akku, Laden mit 50 Watt
- Beim Pro Periskopkamera mit 50 Megapixeln, die im Mittelklassebereich ungewöhnlich ist
Flops
- Kein kabelloses Laden
- Snapdragon 7s Gen 3 nicht so schnell wie Flaggschiff-Chips
- Essential Key wird von Jen oft versehentlich gedrückt
Nothing gefällt mir immer besser. Die Firma hat als Hersteller guter und günstiger Plastikbomber angefangen. Günstig sind die Geräte noch, aber von Plastikbombern sind sie weit entfernt und von gut zu herausragend gut geworden. Mit dem Phone (3a) und dem Phone (3a) Pro gelingt Nothing etwas Herausragendes, durch zwei Dinge: das Design und das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Design und Verarbeitung
Wie bei allen Nothing-Produkten gibt es eine transparente Rückseite, durch die man ein bisschen ins Innere sieht, und wieder die Glyph-Lichter. Die Rückseite leuchtet bei Nachrichten, Anrufen oder ablaufenden Timern. Das bleibt der Hingucker.
Das Phone (3a) hat ein ähnliches Kameradesign wie die Vorgänger. Das (3a) Pro hat ein rundes Kameramodul, wie es derzeit auch Xiaomi, Honor und OnePlus haben. Mich erinnert es an eine Coladose mit Lasche. Die Rahmen bestehen an der Oberfläche aus Kunststoff. Zuerst dachte ich, das Pro in Silber gefällt mir besser. Als ich das Phone (3a) mit dem cremefarbenen Rahmen und dem schwarzen Button in der Hand hatte, fand ich dieses Design fast schöner. Die Verarbeitung ist in jedem Fall hochwertiger als bei den Vorgängern.
Die Rückseiten bestehen nicht mehr aus Kunststoff, sondern aus Panda-Glas. Es soll etwas kratzfester sein als Gorilla Glass, dafür nicht ganz so bruchsicher. Das Phone (3a) Pro hat bei mir unfreiwillig einen Sturz von der Couch auf die Fliesen ohne Schäden überstanden. Selbst beim grauen Pro sieht man kaum Fingerabdrücke, glatt bleibt es trotzdem. Ein Case wäre eine Schande für dieses Design. Wenn überhaupt, nehmt maximal ein durchsichtiges.
Nothing OS 3.1
Auch die Oberfläche hat ein komplett eigenes Design, das mir so gut gefällt, dass ich mir für meine anderen Android-Smartphones ein Nothing-ähnliches Theme gekauft habe. Nothing OS 3.1 basiert auf Android 15, sieht aber ganz anders aus, und die Animationen passen zur Optik. Als Android-Nutzer muss man sich kaum umgewöhnen. Nothing hat Android ein schönes Glow-up verpasst. Dazu gibt es drei Jahre Systemupdates und vier Jahre Sicherheitsupdates, was ich für den Preis mehr als fair finde. Gut gefallen mir auch die Widgets, darunter ein schönes für ChatGPT.
Preis, Display, Leistung und Akku
Das Pro gibt es ab 559 €. Ich weiß nicht, wie Nothing in diesem Preis so viel Leistung unterbringt. Ich hoffe, sie gehen nicht daran pleite.
- Display: 6,77 Zoll AMOLED mit recht dünnen Rändern, bis zu 120 Hz und bis zu 3.000 Nits. Das gibt es in der Mittelklasse eigentlich nicht.
- Prozessor: Snapdragon 7s Gen 3, kein High-End-Chip, aber besser als bei den Vorjahresmodellen. Die Geräte laufen flüssig, nicht rasend schnell wie Flaggschiffe mit Snapdragon 8 Elite, aber mit wenigen Rucklern. Für die meisten reicht das.
- Akku: 5.000 mAh, für die Preisklasse massiv. Ich habe keines der beiden Geräte exklusiv genutzt. Ich schätze, dass man mit einer Ladung locker durch einen Tag kommt, vielleicht länger.
- Laden: mit 50 Watt. Kabelloses Laden gibt es bei beiden nicht.
Die Unterschiede zwischen 3a und 3a Pro
Es gibt nur sehr wenige Unterschiede. Display, Prozessor und Akku sind identisch, und beide sind nach IP64 zertifiziert. Ich habe mich gefragt, warum es überhaupt zwei Modelle gibt.
| Phone (3a) | Phone (3a) Pro | |
|---|---|---|
| Hauptkamera | 50 MP | 50 MP |
| Tele | 50 MP Telefoto | 50 MP Periskop |
| Ultraweitwinkel | 8 MP | 8 MP |
| Frontkamera | 32 MP | 50 MP |
| eSIM | nein | ja |
Die Periskopkamera gibt es in der Mittelklasse normalerweise nicht. Sie verbessert die Qualität bei Zoom-Fotos enorm und eignet sich auch für richtig schöne Makrofotos. Die Kameraqualität könnt ihr anhand der Aufnahmen im Video selbst beurteilen. Auf Zahlen im Datenblatt gebe ich bei Smartphones nicht viel.
KI und Essential Key
Circle to Search gibt es auf beiden Geräten. Ich möchte kein Smartphone mehr ohne nutzen. Dazu kommt der Essential Key, ein zusätzlicher Button am Gehäuse, der mir leider ein bisschen Apple-Vibes gibt. Er ist der Zugang zum Essential Space:
- Einmal drücken: Screenshot des Displays, zu dem man eine Notiz machen kann, etwa von welchem Restaurant beim Essen die Rede war.
- Gedrückt halten: Audioaufnahme.
- Zweimal drücken: Der Essential Space öffnet sich mit der Sammlung der Screenshots und Audioaufnahmen.
Aus Briefings weiß ich, dass das Ziel ein eigener KI-Assistent ist, der tief in die Oberfläche integriert ist und nicht über eine separate App läuft wie Gemini. Den habe ich noch nicht gesehen, er kommt wohl mit künftigen Updates. Nothing geht auch hier den eigenen Weg. Ob es ein Button sein muss, weiß ich nicht. Ich drücke ihn ständig versehentlich, weil ich kleine Hände habe und er genau da sitzt, wo ich bei anderen Android-Smartphones sperre und entsperre. Ein Widget hätte mir besser gefallen.
Fazit
Ich freue mich, dass es Nothing gibt, dass sie Dinge anders sehen und Geräte für Menschen entwickeln, die das wertschätzen. Anfangs fand ich das Konzept mit durchsichtiger Rückseite und Lichtern nerdy, inzwischen finde ich es edgy, cool und schick. Nothing packt viel Leistung in wenig Preis, ich wünsche mir, dass sie so weitermachen. Wer weiß, vielleicht haben wir einen würdigen Nachfolger für Apple, das früher anders und innovativ war. Auf das Nothing Phone 3 freue ich mich schon, das anders als bei anderen Herstellern nach den abgespeckten Versionen als Flaggschiff kommt.
Fragen und Antworten
- Was kostet das Nothing Phone (3a) Pro?
- Das Phone (3a) Pro gibt es ab 559 €.
- Was ist der Unterschied zwischen Nothing Phone (3a) und (3a) Pro?
- Display, Prozessor, Akku und IP64-Zertifizierung sind identisch. Nur das Pro ist eSIM-fähig und hat statt der Telekamera eine 50-Megapixel-Periskopkamera sowie eine 50-Megapixel-Frontkamera statt 32 Megapixel.
- Wie lange gibt es Updates für das Nothing Phone (3a)?
- Nothing garantiert drei Jahre Systemupdates und vier Jahre Sicherheitsupdates.
- Was ist der Essential Key beim Nothing Phone (3a)?
- Ein zusätzlicher Button am Gehäuse. Einmal drücken macht einen Screenshot, auf den man eine Notiz schreiben kann. Gedrückt halten nimmt Audio auf. Zweimal drücken öffnet den Essential Space, in dem alles gesammelt wird.