Darum nutze ich kein iPhone: iOS aus Sicht einer Android-Nutzerin
Fazit in Kürze
Für Jen hat das iPhone in den letzten fünf Jahren kaum Fortschritte gemacht. Kamera, Gesten, Benachrichtigungen, Einstellungen, Tastatur und KI findet sie bei Android besser gelöst. Die Stärken des iPhones liegen für sie fast nur im Apple-Ökosystem, und dort gibt es immer mehr gute Alternativen.
Tops
- MagSafe: Ladegeräte, Wallets und Popsockets einfach auf der Rückseite anbringen
- Android bietet Zurück-Geste von beiden Bildschirmrändern
- Android erlaubt Benachrichtigungskategorien pro App und eine Benachrichtigungsleiste mit Symbolen
- Android hat Reverse Wireless Charging und zeigt die Restladezeit an
Flops
- iPhone 15 Pro springt bei Nahaufnahmen im Video automatisch in den schlechten Makromodus
- Keine Pause-Funktion bei Videoaufnahmen
- Zurück-Geste nur am linken Bildschirmrand
- Benachrichtigungen pro App nur ganz ein- oder auszuschalten
- Keine Einstellungen direkt in der App, Lautstärke nur als Systemlautstärke
- Tastatur ohne Zahlenreihe und ohne Punkt und Komma auf der ersten Seite
Als Android-Nutzerin bekomme ich oft die Frage, ob ein aktuelles iPhone oder ein Android-Gerät wie das Google Pixel oder das Samsung Galaxy besser ist. Viele überlegen, vom iPhone zu wechseln. Ich nutze seit über anderthalb Jahren kein iPhone mehr als Daily Driver. Hier sind meine ganz persönlichen Gründe.
Seit dem iPhone 4S hatte ich immer ein iPhone und habe jedes Jahr ins neueste Gerät investiert. Auch mein Laptop für die Arbeit und den Kanal ist ein MacBook. Mein iPhone abgelöst hat erstmals das Galaxy Z Fold 4 vor anderthalb Jahren, dann kam das Galaxy S23 Ultra. Ein iPhone habe ich seitdem nur noch, um es für den Kanal zu testen und Vergleiche zu machen.
1. Die Kamera
Für die meisten Menschen ist die iPhone-Kamera wirklich mega gut. Für mich als Content Creator macht sie keinen guten Job. Ich filme unterwegs viel mit dem Smartphone, weil ich nicht immer die Kompaktkamera mitschleppen will.
- Beim iPhone 15 Pro springt die Kamera bei Nahaufnahmen im Videomodus automatisch in den Makromodus. Dessen Bildqualität ist zu schlecht für meine YouTube-Videos.
- Schalte ich den Makromodus aus, wird das Bild schon bei nicht sehr geringem Abstand super unscharf.
- Eine Videoaufnahme lässt sich nicht pausieren. Will ich etwas geraderücken, muss ich das Video beenden und neu ansetzen.
2. Die Gestensteuerung
Unter Android gehe ich überall mit einer Wischgeste am linken oder rechten Bildschirmrand zurück. Das funktioniert einhändig, egal wie groß das Gerät ist. Beim iPhone geht das nur am linken Rand. Selbst bei einem normal großen iPhone komme ich mit dem Daumen kaum hin und brauche die zweite Hand. Warum es nicht auch vom anderen Rand geht, erschließt sich mir nicht.
3. Benachrichtigungen
- Kategorien: Beim iPhone kann ich die Benachrichtigungen einer App nur ganz ein- oder ausschalten. Bei Android schalte ich einzelne Kategorien, bei Instagram zum Beispiel Likes, Kommentare oder Nachrichten.
- Benachrichtigungsleiste: Das fehlt mir beim iPhone am meisten. Unter Android bleibt oben ein Symbol sichtbar, bis ich die Benachrichtigung öffne oder lösche. Ich nutze das als To-do-Liste, zum Beispiel für einen Geburtstagsglückwunsch oder eine Antwort auf eine Nachricht.
- iPhone: Nach dem Entsperren verschwinden die Benachrichtigungen aus dem Blick und bleiben nur als Punkt auf der App. Die Benachrichtigungszentrale finde ich unübersichtlich.
4. App-Einstellungen und Lautstärke
Beim iPhone gibt es keine Möglichkeit, Einstellungen direkt in einer App vorzunehmen. Für die Kamera muss ich die App verlassen, in die Einstellungen gehen, die Kamera suchen und dort ändern. Auch bei der Displayhelligkeit reicht das Control Center nicht für alles, etwa für die adaptive Helligkeit.
Bei Android reicht dafür ein Wisch auf die drei Punkte.
Die Lautstärke ist beim iPhone auf die Systemlautstärke beschränkt. Steht sie hoch, startet ein YouTube-Video entsprechend laut, und auch der Wecker klingelt in dieser Lautstärke. Bei Android stelle ich Klingelton, Wecker und Medien getrennt ein.
5. Das Keyboard
Die Apple-Tastatur hat keine Zahlenreihe, und Punkt und Komma stehen nicht auf der ersten Seite. Ich muss beim Schreiben auf die zweite Seite wechseln. Bei Android passe ich die Tastatur an, auch in Größe, Farbe und Form, und kann mir alternative Zeichen einblenden lassen, die ich durch Gedrückthalten des Buchstabens erreiche.
6. Kleine smarte Features
- Reverse Wireless Charging: Mit Pixel oder Samsung lade ich andere Geräte kabellos, zum Beispiel muss das Ladekabel meiner Uhr nicht mit.
- Restladezeit: Android zeigt an, wie lange das Laden noch dauert. Beim iPhone fehlt die Information.
Das ist alles nicht kriegsentscheidend, trägt aber für mich zu einer besseren Nutzererfahrung bei.
7. Die fehlende KI
Google und Samsung haben in den letzten Monaten KI-Funktionen gebracht, die wir uns vorher kaum vorstellen konnten:
- automatische Übersetzung von E-Mails
- smarte Textvorschläge beim Schreiben
- ein Assistent, der ans Telefon geht und den Anrufer nach dem Grund fragt
- Bild- und Videobearbeitung auf dem nächsten Level
- mit dem S24 Ultra die Live-Übersetzung von Telefonaten
Nichts davon finde ich auf einem iPhone, nicht einmal in Ansätzen. Das iPhone wirkt im Vergleich zu aktuellen Samsung-Galaxy- und Google-Pixel-Smartphones wie ein Relikt aus 2018. Aus meiner Sicht hat es in den letzten fünf Jahren keine Entwicklung mehr gemacht.
Wo das iPhone Stärken hat
Die Stärken des iPhones liegen fast ausschließlich im Apple-Ökosystem, und auch dort gibt es immer mehr gute Android-Alternativen. Statt FaceTime nutzen wir ohnehin WhatsApp-Videotelefonie, auch für Konferenzen. Statt AirDrop gibt es Quick Share oder Nearby Share.
Ein Punkt fehlt mir bei Android wirklich schmerzlich: MagSafe. Ladegeräte, Wallets und Popsockets einfach auf die Rückseite zu setzen, ist für mich das beste Feature des iPhones. Zum Glück gibt es Hersteller mit einer Lösung, zum Beispiel einen Magneten, den man auf Smartphone oder Hülle anbringt. Damit kann ich alles nutzen, was zu MagSafe gehört.
Fazit
Ich war immer ein großer Fan von Apple, aber auch von Fortschritt. Dort hat Apple mit dem iPhone aus meiner Sicht vor fünf Jahren den Anschluss verpasst. Das ist meine persönliche Meinung, bitte nehmt das Thema nicht persönlich.
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Fragen und Antworten
- Warum nutzt Jen kein iPhone mehr?
- Jen nutzt seit über anderthalb Jahren kein iPhone mehr als Daily Driver. Sie nennt sieben Gründe: Kamera, Gestensteuerung, Benachrichtigungen, App-Einstellungen, Tastatur, kleine smarte Features und fehlende KI-Funktionen.
- Was stört Jen an der iPhone-Kamera?
- Beim iPhone 15 Pro springt die Kamera bei Nahaufnahmen im Videomodus automatisch in den Makromodus, dessen Qualität für ihre YouTube-Videos zu schlecht ist. Außerdem lässt sich eine Videoaufnahme nicht pausieren.
- Was kann das iPhone besser als Android?
- Jen nennt MagSafe als bestes iPhone-Feature, weil sich Ladegeräte, Wallets und Popsockets einfach auf der Rückseite anbringen lassen. Andere Stärken des iPhones liegen für sie im Apple-Ökosystem, etwa bei FaceTime und AirDrop.
- Gibt es MagSafe auch für Android-Smartphones?
- Nicht von Haus aus. Jen nutzt einen Magneten, den man auf das Smartphone oder eine beliebige Hülle klebt, und kann damit MagSafe-Zubehör verwenden.