HONOR Magic V2 im Erfahrungsbericht: Die Revolution des Smartphones?
Fazit in Kürze
Das HONOR Magic V2 ist für Jen ein hervorragendes Foldable und eine nötige Konkurrenz zu Samsung. Dünn, leicht, mit großem Innendisplay und starkem Akku. Stift nicht erhältlich, Android 13 ohne Update und 1.999 € UVP sind die Kritikpunkte. Mit Update auf Android 14 hätte sie es sich privat gekauft.
Tops
- Mit 9,9 mm zugeklappt und 231 g das dünnste Foldable, das Jen je in der Hand hatte
- Großes 7,92-Zoll-Innendisplay, Knick im Alltag nahezu unsichtbar
- Außendisplay im angenehmen 20:9-Format, bis zu 2.500 Nits hell
- Zwei Tage Akkulaufzeit, Laden mit 66 Watt in unter einer Stunde
- Hülle mit Kickstand im Lieferumfang
- Magic OS mit Extras wie vergrößerbaren Ordnern und Parallel Space
Flops
- Stiftunterstützung vorhanden, der Stift ist in Deutschland aber nicht erhältlich
- Noch Android 13, bis zum Test kein Update auf Android 14
- Mit 1.999 € UVP laut Jen völlig utopisch, 500 € mehr als das Z Fold 5
- Vorjahres-Prozessor Snapdragon 8 Gen 2
Das HONOR Magic V2 ist das dünnste Foldable, das ich je in der Hand hatte. Ehrlich gesagt ist das nicht schwer: In Deutschland gab es bislang nur die Galaxy-Z-Fold-Serie von Samsung. Die finde ich toll, konnte sie aber auf Dauer nicht als Daily Driver nutzen, weil sie mir zu dick und zu schwer ist. Das Magic V2 zeigt, dass es auch anders geht.
Design: so dünn und leicht
Zugeklappt ist das Magic V2 nur 9,9 mm dick, das Z Fold 5 misst 13,4 mm. HONOR hat das Foldable-Konzept also 3,5 mm dünner gemacht. Bei einem Gerät, das man ständig in der Hand hat, ist das ein enormer Unterschied. Auch beim Gewicht: Das Magic V2 wiegt dank Aluminiumrahmen und Rückseite aus Kunstleder 231 g, das Z Fold 5 253 g. Zugeklappt fühlt es sich bei Maßen und Gewicht fast wie ein normales Smartphone an. Aufgeklappt misst es irre dünne 4,7 mm.
Die Verarbeitung ist sehr hochwertig. Der Fingerabdruckscanner sitzt im Powerbutton auf der rechten Seite, außerdem könnt ihr per Frontkamera entsperren.
Displays: außen alltagstauglich, innen groß
- Außendisplay: 6,4 Zoll OLED im 20:9-Format, bis zu 2.500 Nits hell. Es ist so komfortabel wie bei einem normalen Smartphone. Beim 6,2-Zoll-Außendisplay des Z Fold 5 im schmalen 23:9-Format macht das Tippen auf der schmalen Tastatur dagegen keinen Spaß.
- Innendisplay: 7,92 Zoll OLED mit 120 Hz, in der Spitze bis zu 1.600 Nits. Das Außendisplay hat ebenfalls 120 Hz.
Mit dem Innendisplay und den sehr guten Stereo-Lautsprechern machen Videos richtig Spaß. Im Lieferumfang steckt eine Hülle für Scharnier und Rückseite mit Kickstand. Sie haftet magnetisch am Scharnier und trägt nicht auf. Schade ist nur, dass man dann die schöne Kunstlederrückseite nicht mehr sieht. Das Scharnier besteht aus Edelstahl mit Titanbeschichtung und schließt vollständig.
Den Knick im Innendisplay nimmt man im Alltag so gut wie gar nicht wahr. Man sieht ihn, wenn man das Display gegen das Sonnenlicht hält, und spürt ihn leicht mit dem Finger. Apps wie WhatsApp, E-Mail, Kalender und Browser sind übersichtlich, und selbst Instagram ist für das Format optimiert. Google Maps unterwegs oder ein Buch zu lesen ist toll: Bei einem Foldable hat man immer auch sein Tablet dabei.
Magic OS 7.2
Das Betriebssystem Magic OS läuft in Version 7.2 und ist aus meiner Sicht gelungen. Es basiert auf Android und ist einfach und übersichtlich, bringt aber Extras mit:
- Vergrößerbare Ordner: Man tippt direkt auf eine App im Ordner, ohne ihn zu öffnen.
- Getrennte Leisten: Control Center vom oberen rechten, Benachrichtigungen vom oberen linken Rand, innen und außen. Zwischen beiden wechselt man per Wisch. Im Control Center passen mehr Schaltflächen auf den Schirm.
- Multitasking: mehrere Apps über- oder nebeneinander, etwa YouTube und Instagram.
- Parallel Space: Mit zwei Fingern auf dem Startbildschirm auseinanderziehen, dann könnt ihr Apps, Fotos und Videos separat speichern. Gesichert wird per Fingerabdruck.
Akku und Laden
Der Akku hat 5.000 mAh. Bei einem Foldable mit zwei Displays rechnet man mit weniger, aber bei mir hielt er zwei Tage durch, bei etwa 3 bis 4 Stunden Display-Laufzeit pro Tag. Das sind 6 bis 8 Stunden Display-Laufzeit pro Ladung. Dazu muss ich sagen, dass ich die meiste Zeit im WLAN war. Geladen wird mit 66 Watt, in unter einer Stunde ist der Akku voll.
Kamera
Es gibt eine Frontkamera und drei Kameras auf der Rückseite:
- Frontkamera: 16 Megapixel, Video in 4K
- Hauptkamera: 50 Megapixel
- Ultraweitwinkel: 50 Megapixel
- Telekamera: 20 Megapixel
Es gibt einen 40-fachen digitalen Zoom, Videos nimmt das Gerät in 4K mit maximal 60 fps auf. Die Frontkamera braucht man eigentlich nicht, denn mit der besseren Hauptkamera funktioniert das Frontdisplay als Vorschau. Das kennen wir von Samsung. Das große Innendisplay lässt sich auch geteilt nutzen: Links seht ihr die Aufnahmen groß und entscheidet, ob sie etwas geworden sind. Dazu kommt die HONOR-eigene Galerie-App mit umfangreichem Bildbearbeitungs- und Schnittprogramm, das mich an CapCut erinnert.
Die Kritikpunkte
Drei Punkte stören mich.
- Der Stift: Das Magic V2 unterstützt Stifte auf Innen- und Außendisplay, nicht nur innen wie bei Samsung. Aber HONOR verkauft den Stift in Europa nicht, obwohl der Preis ihn eigentlich einschließen müsste. Nur das Magic V2 Porsche Design, das es ab dem 18.03. in Deutschland gibt, enthält den Stift. Es ist aber 700 € teurer als das normale Magic V2.
- Android 13: In Deutschland gibt es das Gerät erst seit Februar 2024, in China kam es schon im Juli 2023 auf den Markt. Es läuft noch mit Android 13, obwohl Android 14 seit Oktober 2023 draußen ist und es schon die erste Beta für Android 15 gab. Ein Update gab es noch nicht. Im Alltag war das für mich kein Problem. Aber man fragt sich bei so einer Update-Politik, wie lange das Gerät noch aktuell bleibt, obwohl HONOR eigentlich fünf Jahre Updates garantiert. Auch der Prozessor, der Snapdragon 8 Gen 2, ist vom Vorjahr. Er ist richtig gut, effizient und rasend schnell, der 8 Gen 3 wurde erst im Oktober vorgestellt.
- Der Preis: Die UVP liegt bei 1.999 €, 500 € mehr als beim Z Fold 5, wo man den Stift wenigstens dazukaufen kann. Das ist aus meiner Sicht völlig utopisch. Man kauft ein Vorjahresmodell mit Vorjahresbetriebssystem und Vorjahresprozessor. Eigentlich dürfte es maximal 1.100 bis 1.200 € kosten.
Fazit
Das Magic V2 ist ein hervorragendes Foldable, das viel richtig macht und eine dringend notwendige Konkurrenz zu Samsung darstellt. Hätte es schon ein Update auf Android 14 gegeben, sodass man sieht, dass es weiter unterstützt wird, hätte ich es mir privat gekauft. Vielleicht kommt im Sommer schon das Magic V3, und dann direkt auch zu uns. Samsung und Google wünsche ich, dass sie sich an diesem Format ein Beispiel nehmen und ihre Foldables in diesem Jahr mindestens ebenso dünn und leicht bauen.
Fragen und Antworten
- Wie dünn und schwer ist das HONOR Magic V2?
- Zugeklappt misst es nur 9,9 mm, aufgeklappt 4,7 mm. Es wiegt 231 g. Das Galaxy Z Fold 5 ist zugeklappt 13,4 mm dick und wiegt 253 g.
- Wie lange hält der Akku des HONOR Magic V2?
- Jen kam mit dem 5.000-mAh-Akku bei 3 bis 4 Stunden Display-Laufzeit pro Tag auf zwei Tage. Geladen wird mit 66 Watt, in weniger als einer Stunde ist der Akku voll.
- Was kostet das HONOR Magic V2?
- Die UVP beträgt 1.999 €. Das Magic V2 Porsche Design ist 700 € teurer und enthält den Stift.
- Was stört Jen am HONOR Magic V2?
- Der Stift ist trotz Stiftunterstützung in Deutschland nicht zu kaufen, das Gerät läuft noch mit Android 13, und der Preis ist ihr deutlich zu hoch. Sie hält maximal 1.100 bis 1.200 € für angemessen.