Welcher Smart Ring ist der Beste? Oura Ring vs. Galaxy Ring vs. RingConn vs. Ultrahuman
Fazit in Kürze
Alle vier Ringe tracken im Kern dieselben Dinge. Der Oura Ring ist für Marktführer-Fans und iPhone-Nutzerinnen, der Galaxy Ring für Android, Ultrahuman für Detailtiefe und Blutzucker, RingConn der günstige Einstieg. Jen löst ihren Oura Ring durch den Galaxy Ring ab.
Tops
- Alle vier Ringe sind angenehm zu tragen und hochwertig
- Akku hält bis zu etwa einer Woche, beim Galaxy Ring 5 Tage
- Schlaf, Temperatur, Herzfrequenz, Blutsauerstoff und HRV bei allen
- Temperaturbasiertes Zyklus-Tracking bei Oura und Galaxy Ring besonders gut
- Galaxy Ring und RingConn ohne laufende Kosten
Flops
- Messwerte weichen zwischen den Ringen deutlich ab, besonders bei Schritten und Schlaf
- Oura Ring: je nach Farbe 399 bis 549 €, dazu 5,99 € Abo im Monat
- Ultrahuman: Blutzucker-Funktion kostet 24,99 € im Monat zusätzlich, App nur auf Englisch
- Galaxy Ring und seine Health-App funktionieren nicht mit iOS
- RingConn-App ist abgespeckt, Temperaturverlauf nicht sichtbar
Smarte Trackingringe sieht man immer häufiger, und es gibt immer mehr Anbieter. Mit Blick auf die Preise ist so ein Ring aber kein ganz billiger Spaß, und die Funktionen unterscheiden sich deutlich. Ich vergleiche den Oura Ring, den Galaxy Ring, den RingConn und den Ultrahuman Ring Air. Außer dem Oura Ring habe ich alle als Testgeräte zur Verfügung gestellt bekommen, zum Teil als Leihgerät. Das hat keinen Einfluss auf das Testergebnis. Ich habe alle vier gleichzeitig getragen, und bin froh, dass diese Zeit vorbei ist.
Die Ringe im Überblick
Getestet habe ich den Oura Ring 3 im Modell Horizon, den RingConn Gen 1, den im Sommer 2024 erschienenen Galaxy Ring und den Ultrahuman Ring Air. Wenige Tage vor dem Video kam der Oura Ring 4 heraus, der genaueres Tracking und längere Akkulaufzeit haben soll, sonst ist er laut Jen weitgehend identisch.
Design und Tragekomfort
Alle sehen auf den ersten Blick ähnlich aus. Der RingConn ist mit 6,8 mm Breite und 2 mm Dicke der schmalste und dünnste, der Ultrahuman mit 8,1 mm der breiteste. Galaxy Ring und Oura Ring sind mit etwa 2,6 mm am dicksten. Das Gewicht liegt zwischen 2,6 und 3,6 g. Die Ringe gibt es in Silber, Schwarz und Gold, ich habe überall Gold bekommen, nur beim Galaxy Ring Silber. Das Silber sieht weniger hochwertig aus. Den goldenen Galaxy Ring hatte ich beim Lounge-Event in der Hand, er sieht genauso hochwertig aus und hat mir durch die leichte Biegung am besten gefallen.
Alle sind angenehm zu tragen, man vergisst sie nach einer Weile. Von keinem habe ich Hautirritationen bekommen. Die Sensoren sollen auf der Handflächenseite liegen. Beim Galaxy und beim Oura Ring zeigt eine kleine Markierung die Position, beim RingConn erkennt man es an der Form, beim Ultrahuman an der Wölbung innen.
Ringgröße richtig wählen
Weil man den Ring rund um die Uhr trägt, ist die richtige Größe ganz wichtig. Alle vier Hersteller bieten ein kostenloses Sizing Kit an. Bestellt es unbedingt. Ich habe bei allen die Testringe genutzt, und nur Oura und Galaxy Ring waren in meiner Größe, die anderen beiden viel zu groß. Das kann daran liegen, dass ich am Tag des Tests aufgeschwemmt war. Deshalb: den Testring mindestens zwei Tage und Nächte tragen, besser drei. Passt der Ring an einem Tag nicht, hat man noch neun andere Finger, bei mir hilft oft schon der Wechsel vom linken zum rechten Zeigefinger.
Laden und Akku
RingConn und Galaxy Ring laden in einem Ladecase mit eigenem Akku, das sich unterwegs mitnehmen lässt. Beim Galaxy Ring sieht es aus wie eine kleine Schmuckschatulle. Oura und Ultrahuman laden über einen Ladeadapter. Alle Hersteller geben bis zu eine Woche Akku an, beim Galaxy Ring fünf Tage, und genau das erlebt man auch. Meinen Oura Ring trage ich seit etwa eineinhalb Jahren, er hält nur noch etwa 5 Tage. Die Akkus sind extrem klein und verlieren mit der Zeit an Leistung.
Die Apps im Vergleich
- Oura: schön aufgeräumt, liefert die wichtigsten Informationen auf einen Blick. Die Tagesform fließt aus Puls, Herzfrequenzvariabilität, Körpertemperatur, Atemfrequenz, Schlaf und Aktivität des Vortags ein und gibt Empfehlungen, Gas zu geben oder den Fuß vom Gas zu nehmen.
- Samsung Health (Galaxy Ring): für Samsung- und Android-Nutzer ein enormer Vorteil, denn der Ring ist ins bekannte Ökosystem eingebunden. Es gibt ebenfalls einen Energiewert. Daten der Galaxy Watch, Workout-Tracking und Ernährung fließen mit ein, dazu Trainings- und Meditationsprogramme. Für iPhone-Nutzer kommt der Galaxy Ring nicht in Frage, weil er mit iOS nicht kompatibel ist.
- Ultrahuman: extrem viele Werte, mit Referenzbereichen, aber ohne übersichtliche Zusammenfassung, das ist erschlagend. Bei den Ressourcen liegt die App vorn: Sportprogramme, wissenschaftliche Lern- und Erklärvideos und ein Podcast, aber komplett auf Englisch. Auch hier lässt sich die Ernährung tracken.
- RingConn: aufgeräumt, mit Gesamtüberblick (Wellness-Gleichgewicht), aber abgespeckt ohne Tiefe. Für alle, die nur einen einfachen Überblick wollen, kann das von Vorteil sein.
Tracking im Vergleich
Alle tracken Schlaf mit Schlafphasen, Körpertemperatur, Puls, Blutsauerstoff, Schritte, Kalorienverbrauch und Herzfrequenzvariabilität. Daraus berechnen sie Stresslevel und Gesamtzustand. Wie genau die Werte sind, kann ich nicht beurteilen, aber ich kann die Ringe vergleichen.
Schlaf in einer Nacht im August:
| Ring | Schlafdauer | Tiefschlaf | Schlafqualität |
|---|---|---|---|
| Oura | 8 h 21 min | 13 % (1 h 3 min) | 87 |
| RingConn | 8 h 25 min | 25 % (2 h 10 min) | 78 |
| Galaxy Ring | 8 h 53 min | 23 % (2 h 3 min) | 96 |
| Ultrahuman | 8 h 47 min | 25 % (2 h 13 min) | 99 |
Die Schlafdauer weicht um bis zu 30 Minuten ab. Besonders auffällig ist der Oura Ring mit nur 13 % Tiefschlaf, obwohl er am längsten auf dem Markt ist und mit der genauesten Messung wirbt.
Bewegung an einem Mittwoch im August:
| Ring | Schritte | Strecke | Gesamtverbrauch |
|---|---|---|---|
| Oura | 16.394 | 16,1 km | 2.405 kcal |
| RingConn | 14.550 | keine Angabe | 2.138 kcal |
| Galaxy Ring | 14.583 | 10,78 km | 2.051 kcal |
| Ultrahuman | 10.919 | keine Angabe | 2.265 kcal |
Die Kalorienangaben schwanken um bis zu 400 Kalorien. Heißt: Tracker sind nicht zu 100 % akkurat, dafür bräuchte es ein Schlaflabor. Wichtig sind die Tendenzen. Ob ich 12.300 oder 12.500 Schritte gegangen bin, ist egal. Ob ich dauerhaft nur 1.000 statt 7.000 Schritte schaffe oder vier bis fünf statt sechs bis acht Stunden schlafe, ist es nicht.
Besondere Funktionen
- Galaxy Ring: Mit dem Antippen löst man die Kamera des Samsung-Smartphones aus oder stellt den Wecker stumm, das hat James-Bond-Vibes. Noch besser wäre Wecken per Vibration, dafür bräuchte der Ring aber einen Motor.
- Ultrahuman: Einbindung eines Blutzuckermessgeräts über den FreeStyle-Libre-Sensor am Oberarm. Das ist mein Highlight, auch für Nicht-Diabetiker, um zu sehen, welche Lebensmittel den Blutzucker hochtreiben und wie sich Schwankungen auf Schlaf, Ruhepuls und Herzfrequenzvariabilität auswirken. Die Patches kosten separat, zwei Stück etwa 80 € und halten je 14 Tage, also über einen Monat. Ich habe festgestellt, dass ich keine Haferflocken essen kann: Mein Blutzucker schießt hoch und rauscht wieder ab, was Heißhunger bedeutet.
Zyklus-Tracking
Weil alle Ringe die Körpertemperatur direkt nach dem Aufwachen messen, hat man nach einigen Monaten einen genauen Überblick über den Zyklus und den Eisprung, an dem die Temperatur sprunghaft ansteigt. Das heißt Temperaturmethode und lässt sich zur Familienplanung oder Verhütung nutzen. Ich betone, dass die Körpertemperatur auch aus anderen Gründen schwanken kann.
Bei der Darstellung gibt es große Unterschiede. In der RingConn-App kann man den Temperaturverlauf gar nicht sehen, und auch die Ultrahuman-App bietet keine adäquate Betrachtung. Das können nur die Oura-App, mit der für mich besten Darstellung, und Samsung Health. Dort sieht man, wann der Eisprung stattgefunden hat, und kann nach einigen Monaten recht genaue Vorhersagen treffen. Für mich war der Oura Ring hier der Gamechanger.
Preise
| Ring | Preis | Laufende Kosten |
|---|---|---|
| Oura Ring (4. Generation) | 399 € (Silber), 549 € (Gold, Roségold) | 5,99 € Abo im Monat |
| Galaxy Ring | 449 € | keine |
| Ultrahuman | 379 € | Blutzucker und Fettstoffwechsel 24,99 € im Monat |
| RingConn | etwa 279 € | keine |
Bei Oura kostet allein die Farbe 150 € mehr, obwohl Frauen den größeren Nutzen haben und Gold kaufen. Das nenne ich frech. Ohne Abo kann man die Oura-App nach der Testphase nicht mehr nutzen. Nach 9 Monaten ist selbst der günstigste Oura Ring teurer als der Galaxy Ring. Bei Ultrahuman würde ich die Blutzuckermessung nach einem Monat kündigen. Bei Samsung und RingConn sind alle Ring-Funktionen kostenlos.
Für wen lohnt sich ein Smart Ring?
- für alle, die Schlaf, Bewegung und Gesundheit tracken, aber keine Smartwatch tragen wollen
- für alle, die nachts keine Uhr tragen, aber den Schlaf tracken wollen
- für Frauen, die ihren Zyklus nach der Temperaturmethode tracken wollen
Meine Empfehlung
- Oura Ring: für alle mit dem nötigen Kleingeld, die auf den bisherigen Marktführer und eine übersichtliche App mit guten Auswertungen setzen.
- Galaxy Ring: für Samsung- und Android-Nutzer wegen der Einbindung ins Ökosystem und der übersichtlichen Auswertung.
- Ultrahuman: für alle, die jeden Wert im Detail mit Referenzbereichen wollen, und für alle mit Blutzuckermessung. Ultrahuman ist derzeit der einzige Anbieter, der das einbezieht.
- RingConn: wegen des Preises ein Einsteigermodell zum Testen, ob ein Ring etwas für einen ist.
Für Frauen, die ein genaues, temperaturbasiertes Zyklus-Tracking wollen, kommen aus meiner Sicht nur der Oura Ring (iPhone) oder der Galaxy Ring (Android) in Frage. Das ist ein Gamechanger. Ich bin Android-Nutzerin und löse deshalb meinen Oura Ring jetzt durch den Galaxy Ring ab.
Fragen und Antworten
- Welcher Smart Ring ist der beste?
- Das hängt vom Nutzer ab. Jen empfiehlt den Oura Ring für Marktführer-Fans mit passendem Budget, den Galaxy Ring für Samsung- und Android-Nutzer, den Ultrahuman Ring Air für Detailtiefe und Blutzucker und den RingConn als günstigen Einstieg.
- Was kosten Oura Ring, Galaxy Ring, Ultrahuman und RingConn?
- Der Oura Ring der vierten Generation kostet 399 € in Silber und 549 € in Gold oder Roségold, dazu 5,99 € Abo im Monat. Der Galaxy Ring kostet 449 €, der Ultrahuman 379 € und der RingConn etwa 279 €.
- Welcher Smart Ring eignet sich für Zyklus-Tracking?
- Nach Jens Einschätzung kommen für ein genaues temperaturbasiertes Zyklus-Tracking nur der Oura Ring (für iPhone-Nutzerinnen) und der Galaxy Ring (für Samsung und Android) in Frage, weil ihre Apps den Temperaturverlauf am besten darstellen.
- Funktioniert der Galaxy Ring mit dem iPhone?
- Nein, der Galaxy Ring und die Samsung-Health-App sind nicht mit iOS kompatibel.
- Wie lange hält der Akku bei Smart Ringen?
- Die Hersteller geben bis zu eine Woche an, beim Galaxy Ring 5 Tage, und so erlebt es Jen auch. Ihr Oura Ring hält nach rund eineinhalb Jahren nur noch etwa 5 Tage.