Google Pixel Watch im Erfahrungsbericht: Mein neuer Daily Driver?
Fazit in Kürze
Die Google Pixel Watch ist edel, klein und leicht, kann aber nicht alles. Zur UVP von 379 € (WLAN) oder 429 € (LTE) rät Jen wegen der Mankos ab, für etwa 250 € wäre sie eine schöne Smartwatch mit guten Basics.
Tops
- Futuristisches, elegantes Design mit poliertem Edelstahlgehäuse
- Mit 36 g ohne Armband sehr leicht, auch nachts tragbar
- Sehr guter Vibrationsmotor
- Gut integrierte Google-Apps wie Maps, Google Pay und Google Assistant
- Flüssige Bedienung ohne Zeitversatz bei Touch-Eingaben
- SOS-Funktion bei Unfall oder Sturz
Flops
- Akku (294 mAh) hält höchstens einen Tag, bei reduzierter Nutzung bis zu anderthalb
- Kein Wireless Charging, extra Ladekabel nötig
- Keine Shortcuts und keine Gestensteuerung
- Keine automatische Workout-Erkennung auf der Uhr
- Nicht-stören-Modus wird nicht mit dem Smartphone synchronisiert
- Funktioniert nur mit Android, nicht mit dem iPhone
Die Pixel Watch ist Googles erste wirklich eigene Smartwatch. Erste Generationen neuer Technikgeräte sind oft nicht ausgereift und zu teuer. Trifft das auch auf die Pixel Watch zu? Google ist im Smartwatch-Geschäft nicht neu: Mit Wear OS liefert das Unternehmen seit einiger Zeit die Software für Uhren verschiedener Hersteller und hat vor nicht allzu langer Zeit Fitbit gekauft. Die Pixel Watch ist der Schritt zur eigenen Hardware.
Design, Größe und Armband
Von der ersten Sekunde an hat mich das futuristische und zugleich elegante Design begeistert. Das 41 mm große AMOLED-Display ist stark gewölbt, sodass man von oben den Übergang ins polierte Edelstahlgehäuse kaum sieht. Die haptische Krone ragt nur leicht heraus, die Seitentaste ist kaum vom Gehäuse zu unterscheiden. Man muss sie eher ertasten, gewöhnt sich aber schnell daran.
Beim Armband hat sich Google eine neue Verschlusstechnik überlegt. Das Armband verschmilzt faktisch mit dem Gehäuse, und es entsteht kein störender Abstand zwischen Uhr und Armband oder Handgelenk. Der Verschluss ist absolut kindersicher, auch vor mir: Beim ersten Wechsel habe ich einige Zeit gebraucht.
Die Uhr ist in der Realität recht klein. Manche finden sie zu klein, die Geschmäcker gehen auseinander. Gerade die Größe macht sie für mich zum neuen Daily-Smartwatch-Driver: Endlich eine Uhr, die mein Handgelenk schmückt, statt sich klobig darauf auszubreiten. Mit 36 g ohne Armband ist sie so leicht, dass ich sie pausenlos tragen könnte, auch nachts.
Akku und Aufladen
Der 294-mAh-Akku ist ein großes Manko, denn die Uhr muss mindestens einmal täglich laden. Die noch teurere Apple Watch hält auch in der achten Generation nicht länger als einen Tag. Darüber verliert kaum jemand ein Wort, deshalb gehe ich bei der Pixel Watch nicht zu hart ins Gericht. Ihr müsst sie aber mindestens einmal am Tag laden.
Ich habe die meisten Benachrichtigungen bis auf Anrufe und Wichtiges sowie das Always-on-Display ausgeschaltet. Ich nutze die Uhr vor allem als Schlaf- und Workout-Tracker, zum Annehmen und Ablehnen von Telefonaten und für die Uhrzeit. Dann hält der Akku bis zu anderthalb Tage, wie bei meiner Galaxy Watch 5.
Apps und Fitbit
Weil Google Fitbit gekauft hat, braucht man ein Fitbit-Konto. Dort landen Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz, Schlaftracking, Workouts und Zyklus. Zusätzlich muss man die Pixel-Watch-App laden, um die Uhr zu koppeln und Ziffernblätter und Benachrichtigungen einzustellen. Das ist ähnlich wie bei Apple und Samsung. Google verkauft wie Apple eine Premium-Mitgliedschaft für 10 € im Monat mit genaueren Schlafanalysen und Fitnessübungen. Ich brauche beides nicht und komme mit der kostenlosen Basisversion gut zurecht. In der App gibt es inzwischen auch das Tracking von Nahrungsmitteln. Die Pixel Watch funktioniert nur mit Android, nicht mit dem iPhone.
Was fehlt
Die Menüführung ist vertraut, es ist Wear OS wie auf der Galaxy Watch. Es gibt aber einige negative Unterschiede:
- Keine Shortcuts: Bei der Galaxy Watch kann ich die Seitentaste gedrückt halten und etwa Wecker, ein Training oder eine App öffnen. Bei der Pixel Watch geht das nicht.
- Keine Gestensteuerung: Anrufe annehmen oder ablehnen oder Apps öffnen per Geste gibt es nicht.
- Keine automatische Workout-Erkennung: Die ist bei vielen Smartwatches Standard. Nach einem Update der Fitbit-App gibt es sie jetzt, aber nur in der App. Auf der Uhr sieht man davon nichts. Vielleicht kommt das mit dem nächsten Update.
- Nicht stören: Der Modus auf dem Smartphone wird nicht synchronisiert. Ich muss ihn auf der Uhr separat aktivieren und vergesse zu 100 %, ihn wieder zu deaktivieren.
- Kein Wireless Charging: Die Uhr lädt weder auf einem Ladepad noch auf einem Smartphone mit Reverse Wireless Charging. Man muss das Ladekabel immer mitschleppen, und bei einer Akkulaufzeit von 24 Stunden ist das bei mir riskant.
Der Google Assistant kann dafür fast alles steuern: Wecker und Timer, Workout oder Song starten, Anrufe, Wetter, Weg erfragen oder Anrufe annehmen. Daher braucht man Shortcuts vielleicht gar nicht so dringend.
Was gut ist
- Vibrationsmotor: Er ist fantastisch. Die Uhr rappelt nicht, sondern gibt die Vibration sanft und robust ans Handgelenk ab. Das trägt viel dazu bei, ob sich eine Smartwatch hochwertig oder billig anfühlt.
- Design: Von außen und auch in Wear OS sehr stylisch, mit hervorragenden Ziffernblättern, Workout-Tracking-Design und Benachrichtigungen.
- Bedienung: Trotz der Größe sehr gut, hier hakt nichts, und es gibt keinen Zeitversatz bei Touch-Eingaben.
- Google-Apps: Maps, Google Pay und der Google Assistant sind hervorragend integriert und laufen zuverlässig und schnell.
- SOS: Im Notfall, etwa bei einem Unfall oder Sturz, kann die Uhr Hilfe rufen. Das Feature gibt es bei den Pixel-Smartphones schon länger, und Apple hat es im letzten Jahr kopiert.
Preis und Fazit
Die UVP liegt bei 379 € für die WLAN-Variante und 429 € für LTE. Mit den genannten Mankos ist mir das nicht angemessen, daher würde ich die Pixel Watch zu diesem Preis nicht uneingeschränkt empfehlen. Für 250 € sähe es anders aus. Die Pixel Watch ist eine edle, schöne Smartwatch, die die Basics mehr als beherrscht und ein paar nette Funktionen mitbringt. Für manche Nutzer, wie mich, ist das völlig ausreichend.
Fragen und Antworten
- Was kostet die Google Pixel Watch?
- Die UVP liegt bei 379 € für die WLAN-Variante und 429 € für die LTE-Variante. Jen findet das mit den genannten Mankos zu viel, für etwa 250 € sähe es anders aus.
- Wie lange hält der Akku der Google Pixel Watch?
- Man muss sie mindestens einmal am Tag laden. Mit ausgeschaltetem Always-on-Display und den meisten Benachrichtigungen hält der 294-mAh-Akku bei Jen bis zu anderthalb Tage.
- Funktioniert die Google Pixel Watch mit dem iPhone?
- Nein. Die Pixel Watch funktioniert nur mit Android-Geräten.
- Braucht man für die Google Pixel Watch ein Fitbit-Konto?
- Ja. Weil Google Fitbit gekauft hat, laufen die Gesundheitsdaten über ein Fitbit-Konto. Dazu kommt die Pixel-Watch-App. Die Premium-Mitgliedschaft kostet 10 € im Monat, die kostenlose Basisversion reicht Jen.
- Kann die Google Pixel Watch kabellos laden?
- Nein. Es gibt kein Wireless Charging. Man muss das mitgelieferte Ladekabel mitnehmen.