Pixel 11 Pro: Software und KI im Check. Fehlt da nicht was?
Fazit in Kürze
Das Pixel 11 Pro und 11 Pro XL sind weniger ein Hardware-Update als ein Software-Statement. Rambler und die Creator Suite überzeugen Jen, aber wichtige Gemini-Funktionen fehlen in Deutschland, und die Kameraqualität hinkt der Konkurrenz weiter hinterher.
Tops
- Rambler im Gboard: gesprochene Gedanken werden zu sauberem Text
- Creator Suite mit Projekten, Timeline und Teleprompter in der Kamera-App
- Magic Capture und Instant Night Sight
- Zoom bis 120-fach mit KI-Detailrekonstruktion
- Als einziges Android-Smartphone mit Magnet auf der Rückseite
Flops
- Proaktive Gemini-Unterstützung gibt es in Deutschland nicht
- Gemini Omni für Videoszenen ist in der Region nicht verfügbar
- Foto- und Videoqualität laut Jen nicht auf Höhe von iPhone, Samsung oder Xiaomi, vor allem bei Video
- LED-Indikatoren am Blitz nur bei Gemini und Anrufen
Die spannendste Hardware-Änderung am Google Pixel 11 Pro ist meiner Meinung nach die neue Farbe Canyon, eine Kombination aus Coral und Gold, in die ich schockverliebt bin. Damit sind die relevanten Hardware-Entwicklungen eigentlich durch. Die spannenden Neuerungen stecken diesmal in der Software, mit coolen neuen Features und einem Aufreger.
Kamera-App: Magic Capture, Night Sight und Zoom
- Magic Capture: Das Pixel nimmt gleichzeitig ein Video und mehrere Fotos auf. Die KI sucht automatisch die beste Aufnahme aus und optimiert sie per Quick Edit, sodass man sie direkt teilen oder verschicken kann. Praktisch, wenn sich das Motiv unruhig bewegt und nicht stillhalten will.
- Instant Night Sight: In dunklen Umgebungen muss man das Handy nicht mehr stillhalten und wartet nicht mehr auf einen herunterlaufenden Timer. Möglich machen das neue Sensoren und 50 % mehr TPU-Power im Tensor G6. Die Aufnahmen verwackeln dadurch weniger.
- Zoom: Ein neuer Telesensor fängt 30 % mehr Licht ein. Ab 30-fach Zoom nutzt ein Modell generative KI zur Detailrekonstruktion. So kann man bis zu 120-fach zoomen. Ich finde, das gelingt richtig gut. Am Ende kann man zwischen der KI-verbesserten und der unbearbeiteten Version wählen.
- Pro Stable Video: ultraruhige Aufnahmen in Bewegung bis zu 8K, mit Video Boost. Laut Google wird es in gut beleuchteten, wenig überfüllten Szenen automatisch aktiviert. Das funktioniert aus meiner Sicht ganz gut.
- Kameralooks: Man wechselt zwischen Farbprofilen oder baut eigene Presets. Sie werden direkt in der Kamera-Pipeline verarbeitet, nicht nachträglich als Filter.
- Einstellungen: Man legt fest, mit welchem Modus die App startet, und kann die meistgenutzten Kontrollelemente ins Sucherbild legen.
Werbung: Zur Auswahl des passenden Geräts gibt es im Video außerdem eine Empfehlung: Auf techberater.net kann man in einem kostenlosen Quiz das passende Tech-Gadget finden und bekommt eine personalisierte Empfehlung mit Vergleichstabelle und Preisvergleich.
Creator Suite: mein Highlight
Mein persönliches Highlight ist die neue Creator Suite. Aufnahmen lassen sich direkt in Projekten organisieren. Für ein neues Short oder Reel lege ich einen neuen Ordner an, die Clips werden dort gespeichert und in einer Timeline hintereinander angezeigt, sodass ich schon einen Grobschnitt machen kann. Ich kann zwischen den Ordnern wechseln und den Rohschnitt anschließend exportieren, um ihn zum Beispiel in Edits oder CapCut weiterzubearbeiten. Das macht alles schneller, als sich Aufnahmen nachträglich in der Kamerarolle zusammenzusuchen.
Dazu kommt ein Teleprompter. Er hilft, wenn man mit der Hauptkamera filmt und schon sein Voiceover aufnehmen will oder sich mit der Frontkamera für ein Reel filmt. Für Social-Media-Posts lässt sich die Safe Zone anzeigen, und der Audio-Visualizer zeigt, ob der Ton aufgenommen wird, etwa wenn ein Mikro angeschlossen ist. Das ist im Grunde ein kleines Schnittstudio in der Kamera-App.
Schön wäre es gewesen, wenn die Aufnahmequalität mitgezogen hätte. Foto- und Videoqualität sind auf sehr hohem Niveau und reichen vermutlich für 99,9 % der Menschen, aber sie sind noch immer nicht auf einer Stufe mit dem iPhone, mit Samsung oder mit einem Xiaomi, zumindest bei der Videoqualität.
Alltags-Features
- LED-Indikatoren am Blitz: Sie leuchten, wenn das Pixel mit dem Display nach unten liegt und man mit Gemini spricht oder ein favorisierter Kontakt anruft. Jedem Kontakt lässt sich eine Farbe zuordnen. Die Idee ist cool, aber ich verstehe nicht, warum das nur bei Gemini und Anrufen geht. Bei WhatsApp und Co. wäre es spannend.
- Live Translate for Media: Videos und Audio in Drittanbieter-Apps wie YouTube werden in Echtzeit in die gewählte Sprache übersetzt. Ich habe es mit Kopfhörern ausprobiert: Es ist keine KI-Stimme mehr, sondern klingt komplett natürlich. Das ist mega.
- Circle to Search in der Kamera: Navigationsleiste gedrückt halten, während die Kamera auf etwas gerichtet ist. Dann kann man Objekte identifizieren, Text übersetzen oder Fragen zur Umgebung stellen.
- Screensaver beim Laden: Man wechselt per Wisch oder Longpress zwischen Uhr, Wetter, Ladestatistik oder Fotoalbum.
- Quick Share mit AirDrop-Kompatibilität: Android- und iPhone-Nutzer können direkt Dateien austauschen. Ich finde es großartig, dass diese Grenzen eingerissen werden.
Gemini Intelligence und der große Aufreger
Google nennt die 11er Generation „Powered by Gemini Intelligence“, und laut Google steckt das System in praktisch jeder App. Mit aktivierter proaktiver Unterstützung macht Gemini automatisch Vorschläge in At a Glance, in der Telefon-App und in Chats, basierend auf dem, was auf dem Bildschirm passiert. In Google Messages gibt es visuelle Karten, etwa wenn jemand nach eurer Verfügbarkeit fragt. Mit proaktiven Gemini Actions kann man direkt aus dem Chat einen Tisch bei OpenTable buchen oder Lebensmittel nach einer Einkaufsliste bestellen. An der Kasse taucht die passende Wallet-Kundenkarte auf.
Ich zeige dazu keine Aufnahmen, weil diese proaktive Unterstützung, die für mich das eigentliche Highlight ist, bei uns nicht verfügbar ist. Ich weiß nicht, ob das ein EU-Thema ist oder am Datenschutz gescheitert ist. Es ärgert mich, dass wir bei den coolen KI-Entwicklungen immer ausgeschlossen sind. Auch bei Gemini Omni, das aus einer Textbeschreibung Videoszenen mit Audio, Soundeffekten und Dialogen erstellen soll, steht bei mir oft, die Funktion sei in meiner Region nicht verfügbar. Dabei zahle ich für die Geräte genauso viel wie alle anderen. Bei Apple ist es genauso: Wir kriegen immer nur neue Kamerafeatures, einen neuen Knopf oder ein blinkendes Licht auf der Rückseite.
Rambler: Spracheingabe im Gboard
Weil ich täglich in E-Mails ersaufe, ist Rambler für mich ein Gamechanger. Die neue Spracheingabe im Gboard verwandelt gesprochene Gedanken inklusive Selbstkorrekturen, Ähms und Versprechern in sauberen, interpunktierten Text. Man kann per Sprachbefehl Textstellen nachträglich ändern oder den ganzen Text in einen anderen Ton umschreiben lassen, ohne die App zu wechseln. Ich finde es super. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass ich dabei strukturiertes Denken und Schreiben mehr und mehr verlerne. Bei E-Mails spart es mir wahnsinnig viel Zeit, aber ab und an die übrig gebliebenen grauen Gehirnzellen zu beanspruchen, ist vielleicht auch nicht verkehrt.
Fazit
Das Pixel 11 Pro und das Pro XL sind weniger ein Hardware-Update als ein Software-Statement. Google versucht klar, sich über das Nutzungserlebnis von der Konkurrenz abzusetzen, nicht nur über Spec-Sheets. Das finde ich eine richtige Entwicklung, auch wenn die richtig coolen Features bei uns noch fehlen. Rambler und die Creator-Features habe ich fest in meinen Alltag integriert. Offen ist für mich, welche Gemini-Features auch auf die Vorgänger-Pixel oder andere Android-Smartphones kommen.
Ich hätte mir ein besseres Kamera-Upgrade gewünscht. Der Zoom ist prima, aber ich hätte lieber richtig krass gute Aufnahmen. Da hinkt das Pixel meiner Meinung nach hinterher. Wären die Aufnahmen besser, wäre das Pixel 11 Pro das stärkste Smartphone auf dem Markt, weil es das smarteste ist, das wir derzeit kaufen können. Und nicht zu vergessen: Die Pixel-Smartphones sind nach wie vor die einzigen Androiden mit einem Magneten auf der Rückseite, und das macht im Alltag einen enormen Unterschied.
Fragen und Antworten
- Was ist neu am Google Pixel 11 Pro?
- Die wichtigsten Neuerungen stecken in der Software: Magic Capture, Instant Night Sight, die Creator Suite, Live Translate for Media, Circle to Search in der Kamera und Rambler im Gboard. Hardwareseitig gibt es die Farbe Canyon, einen neuen Telesensor und LED-Indikatoren am Blitz.
- Was ist Rambler beim Pixel 11 Pro?
- Rambler ist eine Spracheingabe im Gboard. Sie wandelt gesprochene Gedanken inklusive Selbstkorrekturen und Versprechern in sauberen, interpunktierten Text um und kann Textstellen per Sprachbefehl ändern oder in einen anderen Ton umschreiben.
- Welche Gemini-Funktionen fehlen auf dem Pixel 11 Pro in Deutschland?
- Die proaktive Unterstützung mit Vorschlägen und Gemini Actions ist in Deutschland nicht verfügbar. Auch Gemini Omni zeigt Jen die Meldung, die Funktion sei in ihrer Region nicht verfügbar.
- Wie weit kann das Pixel 11 Pro zoomen?
- Das Pixel 11 Pro zoomt bis zu 120-fach. Ab 30-fach rekonstruiert generative KI die Details, am Ende kann man zwischen KI-verbesserter und unbearbeiteter Version wählen.