Samsung Galaxy Book4 Pro und Book4 Pro 360 im Alltagstest
Fazit in Kürze
Die Galaxy Book4 Pro Laptops sind hochwertig, haben ein tolles OLED-Display und sind im Alltag rasend schnell. Die Preise sind aber deutlich zu hoch, und angekündigte KI-Features fehlten noch. Sinnvoll ist das Book4 Pro vor allem im Samsung-Ökosystem.
Tops
- Hochwertiges, nur 1,2 cm dünnes Aluminiumgehäuse, 14 Zoll wiegen 1,2 kg
- Viele Anschlüsse: HDMI, zwei USB-C, USB-A, Klinke und microSD
- Knackiges, entspiegeltes 3K-OLED mit 120 Hz und Touch
- Stabile Tastatur mit gutem Anschlag
- Im Alltag mit Office, Teams und Videos rasend schnell
Flops
- Angekündigte KI-Features fehlten nach fast zwei Monaten am Markt
- Fetter Displayrand unten beim 16:10-Display
- Bei 4K-Videoschnitt ohne Proxy-Dateien an der Grenze, Lüfter wird laut
- Book4 Pro nur mit 16 GB Arbeitsspeicher erhältlich
- Preise deutlich zu hoch
Samsung hat sein neues Galaxy-Book-Lineup auf den Markt gebracht. Ich konnte das Galaxy Book4 Pro und das Book4 Pro 360 testen und zeige, wie ich als stinknormale Nutzerin die Laptops im Alltag erlebt habe: was sie können, was nicht und ob sie sich bei dem Preis lohnen.
Book4 Pro oder Book4 Pro 360?
Der einzige Unterschied: Das Book4 Pro 360 ist ein Convertible. Man kann das Display komplett um 360 Grad umklappen, und es kommt mit dem S Pen. Wer auf dem Laptop schreiben, Dokumente unterzeichnen oder malen will, nimmt das 360. Alle anderen greifen zum Book4 Pro, denn alle Specs und Features sind sonst identisch.
Design und Anschlüsse
Die Galaxy Books der vierten Generation sind durchweg extrem hochwertig gebaut. Das Aluminiumgehäuse ist 1,2 cm schlank, das Book4 Pro mit 14 Zoll wiegt nur 1,2 kg und lässt sich gut mitnehmen. Die 16-Zoll-Version ist etwas schwerer, aber in Rucksack oder Handtasche noch verkraftbar.
Über die Anschlüsse habe ich mich besonders gefreut:
- Eine Seite: HDMI für externe Monitore und zwei USB-C-Anschlüsse. Dort kann man etwa eine externe Festplatte anschließen und gleichzeitig laden.
- Andere Seite: Klinkenstecker, microSD-Steckplatz und ein USB-A-Anschluss. Den finde ich super, für USB-Sticks oder meine portable UV-Nagellampe.
Display
Samsung kann Displays bauen, und hier galt: klotzen statt kleckern. Verbaut ist ein OLED-Display mit 3K-Auflösung und 120 Hz, das weniger reflektiert. Der integrierte Vision Booster soll laut Samsung bei direkter Sonne helle Bereiche unterdrücken und dunkle verstärken. Ich kann nur sagen: Im Alltag bekommt man ein knackig scharfes Display mit toller Farbdarstellung. Neu ist, dass alle Modelle der Book4-Pro-Serie ein Touchdisplay haben.
Das 16:10-Format finde ich fürs Filmen und Videos gut. Weniger gefällt mir der fette Displayrand unten, als hätte Samsung erst das Gehäuse designt, dann ein passendes Display produziert und beim Zusammenbauen gemerkt, dass es nicht passt. Das ist Meckern auf hohem Niveau, das Display ist wirklich toll.
Tastatur, Touchpad und Webcam
Die Tastatur gefällt mir richtig gut: stabil gebaut, schön dumpfer Anschlag, die Tasten sind klicky. Bei der 16-Zoll-Version gibt es rechts ein Nummernpad, und das große Touchpad sitzt nach links versetzt unter dem Buchstabenbereich. Wer wie ich einen kleinen Monk in sich trägt, greift besser zum 14-Zöller: Der hat kein Nummernpad, und das Touchpad sitzt mittig.
Die HD-Webcam könnte besser sein, reicht aber für Videokonferenzen völlig aus. Man kann einen Hintergrundunschärfe-Effekt einstellen und sogar das eigene Bild weichzeichnen lassen. Im Job finde ich das überflüssig.
Werbung
Werbung: Im Video gibt es einen Werbeblock für das Datenwiederherstellungstool Recoverit von Wondershare.
KI-Features fehlen
Samsung hat die Book4-Pro-Reihe als AI Book angekündigt, etwa mit der Möglichkeit, das Smartphone kabellos als Webcam zu nutzen und Arbeit nahtlos von einem Gerät aufs andere fortzusetzen. Ich habe bisher kein einziges der angekündigten KI-Features auf dem Gerät gefunden, obwohl es seit Februar, also seit fast zwei Monaten, auf dem Markt ist. Wahrscheinlich kommen sie mit einem Update. Ein Gerät mit KI als Marketing-Fokus ohne ein einziges der genannten Features auszuliefern, ist mutig.
Performance
Beide Geräte haben den Intel Core Ultra 7 und Intel-Arc-Grafik. Das ist eine Schippe mehr als beim Vorgänger. Schade finde ich, dass es das Book4 Pro nur mit 16 GB Arbeitsspeicher gibt, während das Book4 Pro 360 auch mit 32 GB erhältlich ist. Ich produziere 4K-Videos und hätte die Leistung gut gebrauchen können.
Benchmarks haben mit der Alltagsleistung meistens wenig zu tun. Im Alltag, mit Programmen öffnen und schließen, Splitview, Microsoft Office und Videokonferenzen in Teams, ist das Galaxy Book4 Pro rasend schnell.
Beim 4K-Videoschnitt wird es anders:
- Einfache Videos aus dem Urlaub mit ein paar Fotos und Musik gehen mit dem neuen Samsung Studio problemlos.
- Große 4K-Videos mit mehreren Spuren sind dafür nicht mehr geeignet. In den meisten Schnittprogrammen, die ich ausprobiert habe, stößt das Book an seine Grenzen und lässt sich nicht flüssig schneiden. Mit Proxy-Dateien, also kleineren Vorschaudateien, ist die Performance wieder richtig gut.
- Bei hoher Auslastung meldet sich der Lüfter deutlich zu Wort. Ich war bisher MacBook-Nutzerin, das hat keinen Lüfter. Der Lüfter pustet so, dass ich überlegt habe, mir morgens die Haare damit zu föhnen. In den Samsung-Einstellungen gibt es Leistungsmodi: Im leisen oder stillen Modus sinkt das Lüftergeräusch auf nahezu null, aber auch die Leistung. Ein Video schneiden braucht man in diesem Modus nicht mehr.
Konfiguration und Preis
Das Galaxy Book4 Pro gibt es nur in einer Konfiguration, mit 512 GB Speicher und 16 GB Arbeitsspeicher: 1.899 € mit 14 Zoll, 1.999 € mit 16 Zoll. Das Book4 Pro 360 gibt es mit 16 oder 32 GB Arbeitsspeicher und 512 GB oder 1 TB Speicher. Insgesamt sind die Preise deutlich zu hoch. Zum Vergleich: Das MacBook Air mit M3 und 13,6 Zoll kostet in gleicher Konfiguration 1.759 €. Auch bei Herstellern wie Lenovo bekommt man Laptops in dieser Konfiguration deutlich günstiger.
Fazit
Warum also zum Galaxy Book4 Pro greifen? Meines Erachtens nur, wenn man im Samsung-Ökosystem zu Hause ist und dort bleiben will. Dieses Ökosystem ist in den letzten Jahren gewachsen und steht dem von Apple in nichts mehr nach. Ich vermute, Samsung will sich das ebenso bezahlen lassen wie Apple. Wer seine gewohnten Samsung-Apps auch auf dem Laptop nutzen, sein Galaxy-Smartphone spiegeln und das Galaxy-Tablet als zweiten Bildschirm nutzen möchte, bekommt richtig coole Features, muss dafür aber entsprechend zahlen.
Fragen und Antworten
- Was ist der Unterschied zwischen Galaxy Book4 Pro und Book4 Pro 360?
- Das Book4 Pro 360 ist ein Convertible, dessen Display sich um 360 Grad umklappen lässt und das einen S Pen mitbringt. Sonst sind Specs und Features identisch.
- Was kostet das Samsung Galaxy Book4 Pro?
- Es gibt das Book4 Pro nur mit 512 GB Speicher und 16 GB Arbeitsspeicher, für 1.899 € mit 14 Zoll und 1.999 € mit 16 Zoll.
- Ist das Galaxy Book4 Pro zum Videoschnitt geeignet?
- Für einfachen Schnitt mit Samsung Studio reicht es. Bei großen 4K-Videos mit mehreren Spuren stößt es an Grenzen. Mit Proxy-Dateien läuft es wieder gut, dann wird aber der Lüfter laut.
- Für wen lohnt sich das Galaxy Book4 Pro?
- Nach Jens Meinung nur für alle, die im Samsung-Ökosystem zu Hause sind und bleiben wollen und Features wie Smartphone-Spiegelung oder das Tablet als zweiten Bildschirm nutzen.