HUAWEI Pura 70 Ultra Erfahrungsbericht: Huaweis eigentliches Problem und die Lösung mit microG
Fazit in Kürze
Das HUAWEI Pura 70 Ultra überzeugt mit Design, Display, Kamera und Akku. Dank microG laufen die Google-Dienste auch ohne Android. Nur Google Pay und damit das Bezahlen per Handy fehlt.
Tops
- Sehr gutes Design und hochwertige Verarbeitung
- LTPO-OLED mit 120 Hz und bis zu 2.500 Nits
- Kamera mit 1-Zoll-Sensor, ausfahrbarem Objektiv und starkem Makro-Tele
- Schneller Chip und 5.200-mAh-Akku
- Google-Dienste per microG, ohne Daten mit Google zu teilen
Flops
- Kein Google Pay, kein Bezahlen per Handy an der Kasse
- Kein Android-Betriebssystem wegen des US-Embargos
Das Pura 70 Ultra von HUAWEI hat ein tolles Design, ein krasses Display, einen Topprozessor, eine unglaubliche Akkulaufzeit, eine durchdachte Oberfläche und eine Kamera, die ihresgleichen sucht. Nur hat HUAWEI genau ein Problem, und das ist nicht das Embargo aus den USA. Es ist, dass viele Menschen glauben, man könne die Google-Dienste auf HUAWEI-Smartphones und -Tablets nicht nutzen und HUAWEI sei damit außerhalb Chinas gestorben.
Google-Dienste mit microG
Wegen des Embargos gibt es kein Android auf HUAWEI-Smartphones. Früher gab es die App GBox, mit der man per Klick die Google-Dienste auf HUAWEI-Geräte bringen konnte. Das war ein Drittanbieter, bei dem man nicht nachvollziehen konnte, wer dahintersteckt und wie es mit dem Datenschutz aussieht.
Jetzt nutzt HUAWEI die App microG. Das ist ein deutsches Softwareprojekt für Anwender, die die Google-Dienste nutzen wollen, ohne ihre Daten mit Google zu teilen. Es ist nicht speziell für HUAWEI gemacht, sondern kann jeder auf jedes Smartphone installieren. Finanziert wurde es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und hat damit einen sehr offiziellen Charakter. microG ist also kein fadenscheiniger Workaround, sondern eine echte Alternative auch außerhalb von HUAWEI-Geräten. Wem man mehr vertraut, den Bundesministerien oder dem Google-Konzern, bleibt jedem selbst überlassen.
Damit werden HUAWEI-Geräte plötzlich zu Geräten, die man sich vielleicht gerade deshalb kauft, um seine Daten zu schützen.
Anleitungen zum Einrichten gibt es auf notebookcheck.de und im Video auf dem YouTube-Kanal von HUAWEI. Die Links stehen in der Videobeschreibung. Danach habt ihr die kompletten Google Services auf Smartphone oder Tablet: Google Maps, Google Drive, Chrome, und Google Fotos synchronisiert sich mit der Galerie, als wäre nie etwas gewesen. Auch Bank-Apps installiert ihr ohne Bedenken, alles läuft reibungslos.
Die Ausnahme: Die Bezahldienste. Google Pay lässt sich weiterhin nicht installieren, mit dem Handy an der Kasse zu bezahlen geht nicht. Wer das braucht, steigt hier wahrscheinlich aus. Für alle, die mit der Karte zahlen, beginnt ein mordsmäßiger Trip, denn HUAWEIs Hardware spielt ganz oben in der ersten Liga mit.
Display und Design
Das Design ist richtig gut gelungen. Wie zuletzt beim MatePad Pro freue ich mich über die gute Verarbeitung und das tolle Look and Feel.
- Display: 6,8 Zoll, LTPO-OLED, 120 Hz. Es wird wie beim Galaxy S24 Ultra bis zu 2.500 Nits hell, also 500 Nits heller als das iPhone 15 Pro Max.
- Die Ränder verschwinden in einer leichten Rundung im Rahmen, es wirkt, als hätte das Gerät gar keine.
- Die Rückseite besteht aus Kunstleder mit futuristischem Muster.
Kamera
Die Kamera sticht schon im Design positiv heraus, im stylischen Dreieck sitzen:
- 50-Megapixel-Hauptkamera: Die Ultra-Lighting-Kamera mit ausfahrbarem Objektiv hat einen großen 1-Zoll-Sensor, um viel Licht einzufangen.
- 50-Megapixel-Telekamera: Die Makro-Telekamera mit Blende f/2,1 und 35-fachem Makro-Zoom macht Makroaufnahmen wie von einem anderen Planeten.
- 40-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera
Im DxOMark-Vergleich schlägt das Pura 70 Ultra alle anderen Smartphone-Kameras, darunter das S24 Ultra, das iPhone 15 Pro Max und das Honor Magic 6 Pro. Ich halte nichts von Benchmarks, wenn sie nichts mit der Realität zu tun haben. Bei den Aufnahmen kann man dem Benchmark aber nur beipflichten.
Fazit
Mit der Verarbeitung, einem schnellen HiSilicon-Kirin-Chip, dem langlebigen 5.200-mAh-Akku und vor allem der Kamera ist das Pura 70 Ultra für mich eines der Spitzen-Smartphones in 2024. Dass man die vollständigen Google-Dienste bekommt, ohne seine Daten mit Google zu teilen, ist für mich das Tüpfelchen auf dem i. HUAWEI räumt mit seinen Endgeräten das Feld von hinten auf. Das MatePad Pro hat mich mit schlankem Design und nahezu randlosem Display begeistert, danach kam das MateBook X Pro mit 980 g und dem Intel Core Ultra 9 mit 32 GB RAM. Es ist mein aktueller Arbeitslaptop und hat mein MacBook in die Ecke gestellt.
Fragen und Antworten
- Kann man Google-Apps auf dem HUAWEI Pura 70 Ultra nutzen?
- Ja. Mit der App microG lassen sich die Google-Dienste installieren, darunter Google Maps, Drive, Chrome und Google Fotos. Auch Bank-Apps laufen laut Jen ohne Einschränkung.
- Was ist microG?
- microG ist ein deutsches Softwareprojekt für Anwender, die Google-Dienste nutzen wollen, ohne ihre Daten mit Google zu teilen. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.
- Funktioniert Google Pay auf dem HUAWEI Pura 70 Ultra?
- Nein. Google Pay lässt sich nicht installieren, bezahlen per Handy an der Kasse geht nach wie vor nicht.
- Wie gut ist die Kamera des HUAWEI Pura 70 Ultra?
- Sie hat eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit 1-Zoll-Sensor, eine 50-Megapixel-Telekamera und eine 40-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Im DxOMark-Vergleich schlägt sie laut Jen das S24 Ultra, das iPhone 15 Pro Max und das Honor Magic 6 Pro.