Android 12 auf dem Google Pixel 4: Alle Neuerungen auf einen Blick
Fazit in Kürze
Android 12 bringt mit Material You ein ansprechendes neues Design, neue Kacheln und mehr Datenschutz-Kontrolle. Im Oktober 2021 wirkte es auf dem Pixel 4 aber noch nicht ausgereift, einiges fehlte oder funktionierte nicht. Ein, zwei Updates braucht es noch.
Tops
- Material You: Systemfarben passen sich dem Hintergrund an
- Datenschutz: Kamera- und Mikrofon-Kacheln, grüner Punkt, Privatsphäre-Dashboard
- Überarbeitetes Widget-Menü und Unterhaltungs-Widget
- Schnellerer Einhandmodus und App-Raster bis 2 x 2
Flops
- Betriebssystem wirkt im ersten Wurf noch nicht ausgereift
- Scroll-Screenshot funktionierte nicht überall
- Einige Funktionen aus der Beta waren nicht zu finden, etwa Anpassung der App-Icons
Android 12 ist da, und es ist auf meinem Google Pixel 4 angekommen. Das Gerät hatte ich lange nicht benutzt, und das letzte Update war Android 12. Die Beta hatte ich nicht installiert, deshalb kenne ich die neuen Funktionen und das Design nicht vorab. Im Oktober 2021 wirkte das Betriebssystem noch nicht ganz fertig.
Material You: das neue Design
Android 12 bringt eine neue Designsprache: Statt Material Design heißt sie Material You, und alles lässt sich noch stärker individualisieren. Buttons, Regler und Icons passen sich farblich automatisch an den Hintergrund an.
- Haltet den Startbildschirm gedrückt und wählt Hintergrund und Stil.
- Ändert den Hintergrund. Die Vorschau zeigt Start- und Sperrbildschirm.
- Wählt voreingestellte Farbkombinationen oder ändert die Grundfarben. Dann passt sich die gesamte Systemfarbe an, auch bei den Google-Apps.
- Schaltet das dunkle Design um.
- Das Symboldesign ist noch Beta und passt die Symbole der Google-Apps an die Systemfarbe an.
- Beim App-Raster lässt sich die Darstellung der Apps vergrößern, bis zu 2 x 2. Das ist ein Vorteil für Menschen mit Sehbehinderung oder die mit kleinen Symbolen Schwierigkeiten haben.
Vermisst habe ich die Möglichkeit, Form, Farbe und Schrift der einzelnen App-Icons anzupassen, die ich in der Beta gesehen hatte. Unter Android 11 gab es dafür ein eigenes Menü in den Einstellungen. Ich gehe davon aus, dass es mit dem nächsten Update nachgeliefert wird.
Benachrichtigungsfeld und Kacheln
Ziehe ich das Benachrichtigungsfeld herunter, gibt es eine komplett neue Ansicht. Die Kacheln sind jetzt in der Systemfarbe, lassen sich bearbeiten, hinzufügen und herausnehmen. Benachrichtigungen werden gruppiert dargestellt, mit einer eigenen Kategorie für lautlose Benachrichtigungen.
Neu sind zwei Kacheln, mit denen ihr den Kamera- und den Mikrofonzugriff komplett ausschalten könnt. Google schreibt sich Datenschutz und Privatsphäre ganz groß auf die Fahne und zieht damit ein wenig Apple hinterher. Ich finde das richtig und wichtig. Manche Apps, vor allem Social-Media-Apps, scheinen zuzuhören: Man spricht mit Freunden über ein Thema und bekommt danach genau dazu Werbung. Das ist manchmal gruselig. Über die Kacheln lässt sich der Zugriff direkt abstellen.
Öffne ich die Kamera, erscheint oben rechts ein grüner Punkt. Bei Videoaufnahmen zeigt er auch das eingeschaltete Mikrofon. Das Lautstärke-Menü hat ebenfalls ein neues Design und passt sich den Farben an.
Widgets
Das Widget-Menü ist komplett neu gestaltet, viel übersichtlicher und schicker als unter Android 11. Neu ist das Widget Unterhaltungen. Damit legt man Chats mit bestimmten Personen oder Gruppen als Verknüpfung auf den Startbildschirm, unabhängig von der App. So muss man nicht erst die App öffnen und die Unterhaltung suchen.
Einhandmodus, Always-on-Display, Screenshots
- Einhandmodus: Er ist jetzt schneller erreichbar. Ihr streicht über den kleinen Strich unten von oben nach unten. Dafür müsst ihr ihn einmal in den Einstellungen aktivieren. Das ist ein wenig versteckt, ihr findet ihn unter Bedienungshilfen. Dort schaltet ihr das Herunterziehen des Displays ein. Optional gibt es eine Verknüpfung als Icon, ob das praktisch ist, muss jeder selbst entscheiden.
- Always-on-Display: Das Design ist neu. Ohne Benachrichtigung steht die Uhrzeit sehr groß da, mit Benachrichtigungen rutscht sie klein nach oben.
- Scroll-Screenshot: Ihr macht einen Screenshot mit Ein-/Aus- und Leiser-Taste. Wenn es geht, erscheint unten “Mehr aufnehmen”, und ihr wählt per Schieberegler, bis wohin die Seite aufgenommen wird. Bei meinem ersten Versuch hat es nicht funktioniert, auf der Google-Startseite dann schon. Ihr seht: Manche Features laufen noch nicht richtig gut.
App-Übersicht und Splitscreen
In der App-Übersicht erscheinen bei Webseiten oder YouTube kleine Symbole, etwa für ein Foto oder einen Link. Ihr haltet sie gedrückt und zieht sie zum Beispiel in WhatsApp. Das gibt es auch bei den iPhone-13-Modellen. Ihr müsst also keine Bilder speichern oder Links kopieren.
Den Splitscreen gibt es weiterhin. Mir fehlt noch die Möglichkeit, zwei geöffnete Apps als Verknüpfung auf den Startbildschirm zu legen, die sollte eigentlich unter Android 12 funktionieren. Auf meinem Gerät habe ich diese Funktion bisher nicht gefunden.
Datenschutz: Privatsphäre-Dashboard
In den Einstellungen unter Datenschutz gibt es jetzt ein Privatsphäre-Dashboard. Es listet auf, welche Apps in den letzten 24 Stunden auf Standort, Kamera, Mikrofon, Anruflisten und weitere Berechtigungen zugegriffen haben. Bei der Mikrofonnutzung sieht man genau, wann welche App das Mikrofon genutzt hat. Das finde ich sehr nützlich und informativ.
Fazit
Das Design von Android 12 finde ich sehr ansprechend. Ich habe nicht alle Funktionen gefunden, die ich vorab in der Beta gesehen hatte, und gehe davon aus, dass sie mit dem nächsten Update kommen. Das Betriebssystem wirkt noch nicht ganz ausgereift. Das kennt man von größeren Softwaresprüngen, da braucht es ein, zwei Updates, bis alles rund läuft.
Fragen und Antworten
- Was ist neu bei Android 12?
- Android 12 hat eine neue Designsprache namens Material You, bei der sich Systemfarben dem Hintergrund anpassen. Dazu kommen neue Kacheln, Kamera- und Mikrofonschalter, ein Privatsphäre-Dashboard, ein Unterhaltungs-Widget und ein Scroll-Screenshot.
- Wie aktiviert man den Einhandmodus bei Android 12?
- Ihr schaltet ihn in den Einstellungen unter Bedienungshilfen ein und aktiviert dort das Herunterziehen des Displays. Dann streicht ihr über den kleinen Strich am unteren Rand von oben nach unten.
- Wie sieht man bei Android 12, welche App auf Kamera oder Mikrofon zugreift?
- Oben rechts erscheint ein grüner Punkt, wenn Kamera oder Mikrofon in Benutzung sind. Im Privatsphäre-Dashboard unter Datenschutz sind die Zugriffe der letzten 24 Stunden aufgelistet.
- Wie macht man bei Android 12 einen Scroll-Screenshot?
- Ihr macht wie gewohnt einen Screenshot mit Ein-/Aus- und Leiser-Taste. Wenn möglich, erscheint unten Mehr aufnehmen. Dort wählt ihr per Schieberegler, wie weit die Seite aufgenommen wird.