ACEMAGIC AM08 PRO im Test: Kann der Mini-PC mein MacBook beim Videoschnitt ersetzen?
Fazit in Kürze
Der ACEMAGIC AM08 PRO schneidet 4K-Videos in DaVinci Resolve flüssig und ohne Proxy-Dateien und ist für 770 € UVP ein starker Mini-PC. Der Lüfter ist selbst im Silent-Modus hörbar und im Performance-Modus sehr laut. Mit Kopfhörern ist das kaum ein Thema, wer einen leisen Büro-PC sucht, findet wohl bessere Alternativen.
Tops
- Schneidet 4K-Videos in DaVinci Resolve ohne Ruckler und ohne Proxy-Dateien
- Alltag, Office, Datentransfer und Videokonferenzen laufen sehr schnell
- Viele Anschlüsse, bis zu drei Monitore möglich
- Speicher lässt sich leicht einbauen, externe Grafikkarte per Thunderbolt
- Stylisches Gehäuse mit wechselnder LED-Beleuchtung
Flops
- Lüfter ist selbst im Silent-Modus zu hören
- Im Performance-Modus ist der Lüfter extrem laut
- Im Automodus schwankt die Lüfterlautstärke störend
Als Contentcreatorin habe ich bisher mein MacBook Pro mit M1-Chip aus dem Jahr 2020 zum Schneiden benutzt. Es ist sehr leistungsstark, und große 4K-Videos sind damit kein Problem. Deshalb war ich neugierig, ob der ACEMAGIC AM08 PRO Mini-Gaming-PC dagegen mithalten kann. Der kleine Windows-PC kostete zum Test im Herbst 2023 auf der Webseite des Herstellers 770 € UVP.
Ausstattung und Design
Im AM08 PRO steckt ein AMD Ryzen 9 6900HX mit acht Kernen und 16 Threads. Ich habe die Version mit 512 GB Speicher und 32 GB RAM in Grau. Optisch ist der handliche Mini-PC wirklich stylisch und passt auf jeden Schreibtisch. Als kleines Gimmick gefällt mir die wechselnde LED-Beleuchtung an der Vorderseite des Kunststoffgehäuses.
Anschlüsse und Erweiterung
- Vorne: Klinkenbuchse, ein USB-C-Anschluss und zwei USB-A-Anschlüsse mit USB 3.2.
- Hinten: zwei weitere USB-A-Anschlüsse, zwei HDMI-2.0-Anschlüsse für zwei Monitore und der Stromanschluss.
- Drei Monitore: Möglich, wenn der USB-C-Anschluss vorne zur Bildausgabe genutzt wird.
- Erweiterung: Das Gehäuse lässt sich auf einer Seite leicht öffnen, Arbeits- und Massenspeicher sind problemlos einzubauen. Über den Thunderbolt-Anschluss kann eine externe Grafikkarte angeschlossen werden.
Oberhalb des Power-Buttons stellt ihr den Performance-Modus ein: ein Silent-Modus zum Streamen von Videos und zum Energiesparen, ein Automodus, der die Leistung anpasst und für typische Büroarbeiten gedacht ist, und der Performance-Modus fürs Gaming oder für kreative Arbeit mit Bild- und Videobearbeitung.
Videoschnitt in DaVinci Resolve
Ich bin kein Gamer, deshalb ist für mich die Videobearbeitung interessant. Ich habe mit DaVinci Resolve ein 4K-Video geschnitten. Eine dedizierte Grafikkarte wie beim MacBook gibt es hier nicht, es arbeitet die AMD Radeon 680M. Beim 4K-Schnitt trennt sich die Spreu vom Weizen: Mein MacBook Pro schneidet 4K-Dateien ohne Proxy-Dateien reibungslos und ohne Ruckler.
Ich war ehrlich gesagt überrascht: Der ACEMAGIC AM08 PRO ist so performant, dass ich 4K-Videos in DaVinci Resolve ebenfalls reibungslos bearbeiten kann, ohne Proxy-Dateien zu erstellen. Auch mein Schnittprogramm Filmora, mit dem ich weniger komplexe Videos schneide, läuft selbst ohne Proxies. Für mich als Contentcreatorin ist das enorm wichtig. Das ohnehin zeitaufwendige Schneiden wird zur Hölle, wenn der Rechner für jeden Bearbeitungsschritt ewig braucht.
Auch Alltagsaufgaben wie Office, Datentransfer und Videokonferenzen meistert der Mini-PC extrem schnell. Für Otto Normalverbraucher ist er der Ferrari unter den Windows-PCs.
Der Haken: der Lüfter
Eine echte Alternative zu meinem MacBook wäre er für mich, wenn nicht der Lüfter wäre.
- Selbst im Silent-Modus ist ein Lüftergeräusch zu hören.
- Im Automodus wird der Lüfter je nach Aufgabe mal leiser, mal lauter. Das finde ich persönlich sehr störend.
- Im Performance-Modus ist der Lüfter extrem laut. Man hat das Gefühl, der Mini-PC hebt gleich ab.
Für wen lohnt sich der ACEMAGIC AM08 PRO?
Wer beim Schneiden Kopfhörer trägt, und das gilt auch für Gamer, für den wird der Lüfter wahrscheinlich kein Thema sein. Dann würde ich den AM08 PRO sofort nutzen, und ihr werdet die Performance lieben. Wer einfach einen Desktop-Ersatz im Mini-Format für Office und Alltag sucht, findet wahrscheinlich leisere Alternativen.
Fazit
Der ACEMAGIC AM08 PRO schneidet 4K-Videos so flüssig wie mein MacBook Pro, ohne Proxy-Dateien. Das ist für 770 € UVP stark. Der laute Lüfter ist der einzige Grund, warum er bei mir nicht zum Dauereinsatz kommt.
Fragen und Antworten
- Was kostet der ACEMAGIC AM08 PRO?
- Die Version mit 512 GB Speicher und 32 GB RAM kostet zum Test im Herbst 2023 auf der Webseite des Herstellers 770 € UVP.
- Kann man mit dem ACEMAGIC AM08 PRO 4K-Videos schneiden?
- Ja. In DaVinci Resolve laufen 4K-Videos reibungslos und ohne Proxy-Dateien. Auch Filmora läuft ohne Proxies flüssig.
- Wie laut ist der ACEMAGIC AM08 PRO?
- Der Lüfter ist selbst im Silent-Modus zu hören, im Performance-Modus extrem laut. Mit Kopfhörern stört das kaum, für einen leisen Schreibtisch gibt es laut Jen wahrscheinlich bessere Alternativen.
- Wie viele Monitore lassen sich am ACEMAGIC AM08 PRO anschließen?
- Über die zwei HDMI-2.0-Anschlüsse zwei Monitore. Wird der USB-C-Anschluss an der Vorderseite zur Bildausgabe genutzt, sind sogar drei Monitore möglich.