Profi-Kamera oder High-End-Smartphone? Xiaomi 14 Ultra im Test
Fazit in Kürze
Das Xiaomi 14 Ultra vereint Profi-Kamera und High-End-Smartphone. Abstriche sind fehlende eSIM, viel Bloatware und langsame Sicherheitsupdates, die UVP von 1.449 € ist zu hoch. Jen empfiehlt es ohne Einschränkung, besonders für Smartphone-Fotografie.
Tops
- Leica-Hauptkamera mit vier 50-Megapixel-Linsen, die besten Smartphone-Fotos, die Jen gesehen hat
- Gestochen scharfes LTPO-AMOLED mit bis zu 3.000 Nits und dünnen Rändern
- Snapdragon 8 Gen 3, alles läuft super smooth
- 5.000-mAh-Akku mit 7 bis 9 Stunden Display-Zeit
- 90-Watt-Ladeadapter im Lieferumfang, 0 auf 100 % in etwa 35 Minuten
Flops
- UVP von 1.449 € zu hoch
- Nur 4 Jahre OS- und 5 Jahre Sicherheitsupdates, Rollout langsam
- Keine eSIM-Unterstützung
- Viel vorinstallierte Bloatware
- Photography Kit kostet 200 € extra
Wer zwei Dinge gleichzeitig richtig gut machen will, scheitert meistens bei einem davon. Xiaomi hat mit dem 14 Ultra eine professionelle Kamera auf den Markt gebracht und praktischerweise ein High-End-Smartphone drangebaut. Die Frage ist, ob die Kombination gelungen ist. Vorweg: Der Preis ist daneben gegangen.
Preis
Die UVP liegt bei 1.449 € und ist deutlich zu hoch. Xiaomi legt die Messlatte damit selbst extrem hoch. Wenn ich einen High-End-Preis bezahle, will ich High-End in allen Bereichen.
Display
Das 6,7 Zoll große LTPO-AMOLED-Display ist gestochen scharf, hat 120 Hz und wird in der Spitze bis zu 3.000 Nits hell. Zum Vergleich: Das S24 Ultra schafft bis zu 2.600 Nits, das iPhone 15 Pro Max bis zu 2.000 Nits. Die Ränder sind dünn und verschwinden in der leichten Rundung am Rand. Beim Display können wir definitiv einen Haken hinter High-End machen. Ab Werk ist eine Displayschutzfolie vorinstalliert, die nach ein paar Wochen genau so aussieht. Der Ultraschall-Fingerabdruckscanner im Display und die Gesichtsentsperrung arbeiten zuverlässig und schnell.
Performance und Software
Verbaut ist der Snapdragon 8 Gen 3 mit Android 14, wie es sich für ein Flaggschiff gehört. Alles läuft super smooth, Apps wechseln schnell und ruckelfrei. Die Oberfläche ist Xiaomi HyperOS. Ich habe nichts daran auszusetzen, die Menüführung ist Geschmackssache.
Hier kommen die Schwächen:
- Updates: Es gibt vier Jahre Betriebssystem-Updates, also bis Android 18, und fünf Jahre Sicherheitsupdates. Samsung und Google haben mit sieben Jahren High-End neu definiert. Mir persönlich reichen fünf Jahre, aber für einen Premiumpreis möchte ich Premium. Xiaomi ist beim Rollout zudem deutlich langsamer. Mitte Mai hatte ich das Sicherheitsupdate von März drauf. Das ist eher Low Life und geht für 1.500 € gar nicht.
- Keine eSIM: Das finde ich besonders unpraktisch, wenn man viel im außereuropäischen Ausland unterwegs ist.
- Bloatware: Nahezu alle Apps sind vorinstalliert. Dazu gehören nützliche wie Spotify, aber auch jede Menge Mist, den man erst löschen muss. Das vermittelt kein Premiumgefühl.
Akku und Laden
Beim 5.000-mAh-Akku ist das Gerät wieder State of the Art. Ich komme auf 7 bis 9 Stunden Display-Zeit, also locker durch zwei volle Arbeitstage. Wer sein Smartphone weniger nutzt, kommt auf zweieinhalb Tage. Ein klarer Pluspunkt: Ein 90-Watt-Ladeadapter ist im Lieferumfang enthalten. Damit ist das 14 Ultra in etwa 35 Minuten von 0 auf 100 % geladen. Welcher Hersteller legt noch einen Adapter bei?
Verarbeitung
Der Rahmen besteht aus mattem Aluminium. In den sechs Wochen, die ich das Gerät nutze, hat er keine Kratzer oder Dellen bekommen. Die Rückseite ist Kunstleder mit leichter Struktur, das gibt guten Grip und fühlt sich hochwertig an. Auch dort habe ich nach mehreren Wochen ohne Hülle keine Kratzer, wie es in Monaten oder Jahren aussieht, bleibt abzuwarten. Mich stört, dass das Kunstleder nicht ganz bis zum Rahmen reicht und ein Aluminiumrand bleibt. Das sieht gestückelt aus, ist aber Geschmackssache.
Das Gewicht liegt trotz riesiger Kamera bei 229 g, 4 g weniger als beim S24 Ultra mit Titanrahmen und Glasrückseite. Das Kameramodul ist nicht subtil, aber für eine Profikamera angemessen. Ich nutze den Kamerabalken als Abstützung für den Zeigefinger. Auf dem Tisch wackelt das Gerät wenig, weil das Modul fast über die ganze Breite geht.
Kamera
Das Besondere ist die Kooperation mit Leica. Die vier Leica-Linsen der Hauptkamera mit jeweils 50 Megapixeln machen mit Abstand die besten Fotos, die ich jemals auf einem Smartphone gesehen habe. Jeder Schuss ist ein Treffer, und die Aufnahmen sehen aus wie aus dem Studio. Die 32-Megapixel-Frontkamera macht richtig gute Aufnahmen, aber nicht ganz so gute wie die Hauptkamera. Ich bin kein Experte für Fotografie, aber man kann viele Einstellungen vornehmen, um Fotos und Videos noch perfekter zu machen.
Zusätzlich gibt es das Photography Kit für 200 € extra. Es lohnt sich, wenn man viel fotografiert oder filmt: Das Smartphone lässt sich besser halten und bedienen, auf der Rückseite kann man Ringe als Farbakzente verwenden, und an der Hülle lassen sich Filter anbringen. Ohne den unteren Teil ist es eine coole Hülle.
Werbung
Werbung: Im Video stellt Jen den Lotus-XC6-Schaukelsessel von FlexiSpot vor. Dazu gehört ein Werbeblock.
Fazit
Xiaomi hat es geschafft, eine Profikamera und ein High-End-Smartphone in einem Gerät zu vereinen. Es gibt Abstriche: fehlende eSIM, Bloatware und schleppende Sicherheitsupdates. Für mich sind das keine Ausschlusskriterien, denn der starke Prozessor, die Akkulaufzeit mit der Ladegeschwindigkeit und das herausragende Display sind mir wichtiger. Die UVP ist zu hoch, im Internet gibt es aber schon günstigere Angebote. Man spart sich zudem den Fotografen für Familienfeiern und Hochzeiten. Ich kann das Xiaomi 14 Ultra ohne Einschränkung empfehlen, besonders für alle, die ihre Smartphone-Fotografie aufs nächste Level bringen wollen.
Fragen und Antworten
- Was kostet das Xiaomi 14 Ultra?
- Die UVP beträgt 1.449 €, das findet Jen deutlich zu hoch. Das Photography Kit kostet zusätzlich 200 €.
- Wie lange bekommt das Xiaomi 14 Ultra Updates?
- Vier Jahre Betriebssystem-Updates bis Android 18 und fünf Jahre Sicherheitsupdates. Samsung und Google bieten sieben Jahre. Jen kritisiert außerdem den langsamen Rollout der Sicherheitsupdates.
- Wie lange hält der Akku des Xiaomi 14 Ultra?
- Der Akku hat 5.000 mAh. Jen kommt auf 7 bis 9 Stunden Display-Zeit, also zwei volle Arbeitstage, bei weniger Nutzung auf zweieinhalb Tage.
- Hat das Xiaomi 14 Ultra eSIM?
- Nein, das Xiaomi 14 Ultra unterstützt keine eSIM. Das ist laut Jen besonders unpraktisch, wenn man viel im außereuropäischen Ausland unterwegs ist.