TCL NXTPAPER P80 Ultra im Test: Was sich andere Smartphones abschauen sollten
Fazit in Kürze
Das TCL NXTPAPER P80 Ultra hat ein mattes, kaum spiegelndes 1,5K-AMOLED-Display und einen Lesemodus, der den E-Reader ersetzen kann. Dazu kommen ein Periskop-Tele, 5.800 mAh und sieben Jahre Sicherheitsupdates für 549,99 € UVP. Kabelloses Laden fehlt. Wer auf das Tele verzichten kann, spart mit dem P80 Pro 120 €.
Tops
- Mattes 1,5K-AMOLED-Display, das kaum spiegelt und sich sehr gut anfühlt
- NXTPAPER-Schieberegler: Lesemodus ohne Ablenkung
- 50-Megapixel-Periskop-Tele mit dreifachem optischem Zoom
- 5.800-mAh-Akku für eineinhalb bis zwei Tage
- Bis zu sieben Jahre Sicherheitsupdates, IP68
Flops
- Kein kabelloses Laden
- Ultraweitwinkel mit 8 Megapixeln fällt deutlich ab
- Mattes Display nimmt Fotos und Videos etwas Brillanz
- Keine Hülle mit Stift mehr wie bei den Vorgängern
Ein Smartphone-Display mit der Schärfe und den Farben eines AMOLED und der matten, reflexionsarmen Oberfläche eines E-Readers: Das klingt nach der idealen Lösung für alle, die wie ich stundenlang aufs Handy schauen. TCL versucht diesen Spagat mit seiner NXTPAPER-Technologie schon länger und bringt sie beim P80 Ultra erstmals auf ein 1,5K-AMOLED-Panel.
Das Display: matt, scharf und angenehm für die Augen
Die Daten lesen sich stark:
| TCL NXTPAPER P80 Ultra | |
|---|---|
| Größe | 6,83 Zoll |
| Auflösung | 1,5K |
| Bildwiederholrate | 120 Hz |
| Spitzenhelligkeit | bis zu 3.200 Nits |
Die Besonderheit ist die matte NXTPAPER-Oberfläche auf einem AMOLED-Panel. Deckenleuchten oder pralle Sonne spiegeln sich nicht, sondern werden sanft gestreut. Texte wirken dadurch fast wie gedruckt.
- Mit polarisierter Sonnenbrille nutzbar, im Hoch- und im Querformat, ohne dass der Bildschirm schwarz wird.
- Weniger blaues Licht: Der Blaulichtanteil wird in der Hardware um über 97 % reduziert.
- Dimmung: Oberhalb von 80 Nits regelt DC-Dimming, darunter hochfrequentes PWM-Dimming bis hinunter zu 2 Nits für die Nutzung im Dunkeln.
Das matte Display fühlt sich außerdem sehr gut an: leicht angeraut, und Fingerabdrücke bleiben kaum haften. Ich würde mir wünschen, dass viel mehr Hersteller ein solches Display anbieten. Auf Tablets gibt es das bereits, auf Smartphones bisher nicht.
Der Haken: Wer auf spiegelnde Glanzkontraste und maximale Schärfe bei Fotos steht, merkt, dass die matte Schicht dem Panel den letzten Hauch Brillanz nimmt. Das ist ein bewusster Kompromiss. Mit einer matten Folie zum Aufkleben hat die Qualität aber nichts zu tun, die Auflösung ist hier deutlich besser.
Der NXTPAPER-Schieberegler: zwei Lesemodi
An der Gehäuseseite sitzt ein Schieberegler. Ein Griff genügt, und das Gerät wechselt in einen von zwei Modi.
Max Ink Mode: Das Smartphone wird zum reinen E-Reader. Die Oberfläche wechselt in ein klares Schwarz-Weiß-Layout. Apps und ihre Benachrichtigungen lassen sich ausblenden und beim Wechsel in den Modus automatisch einschränken. Statt Google Discover erscheint mit einem Wisch nach rechts die eigene Bibliothek mit Büchern und Magazinen. Das ist kein einfacher Schwarz-Weiß-Filter, sondern eine tief ins System eingebaute Leseumgebung, die auch Akku spart. Viele kaufen sich extra einen E-Reader, um beim Lesen nicht bei Instagram zu landen. Den kann man sich hier sparen.
Paper Mode: Er ahmt Buch- oder Magazinseiten nach, nicht in Schwarz-Weiß, sondern farbreduziert, mit wählbaren Farbprofilen und wärmerer Farbtemperatur. Gut geeignet für Webartikel, Feeds oder Comics, bei denen man Bilder gern in Farbe sieht.
Bis hierhin sind P80 Ultra und P80 Pro gleich.
Kamera: Das Periskop-Tele macht den Unterschied
Hier liegt der erste Unterschied zwischen den beiden Modellen. Das Pro hat Weitwinkel und Ultraweitwinkel. Das Ultra bekommt zusätzlich eine 50-Megapixel-Periskop-Telekamera mit dreifachem optischem Zoom und optischer Bildstabilisierung.
Das bringt echte Schärfe bei dreifacher und, per Sensor-Ausschnitt, sechsfacher Vergrößerung, unverzerrte Gesichtsproportionen bei Porträts und den unscharfen Hintergrund, den viele mögen.
- Hauptkamera: 50 Megapixel bei beiden Modellen, bei Tageslicht ausgewogene Farben und gute Dynamik.
- Ultraweitwinkel: 8 Megapixel bei beiden. Tagsüber reicht das für Landschaften, bei Dämmerung fällt es bei Randschärfe und Details sichtbar ab.
- Selfie-Kamera: 32 Megapixel, solide Schärfe für Videocalls und Vlogs.
Leistung und KI
In beiden Geräten arbeitet der MediaTek Dimensity 7400 Elite, gefertigt im 4-Nanometer-Verfahren, mit 8 GB RAM und bis zu 512 GB Speicher. Multitasking, Bildbearbeitung und Bedienung laufen ohne Verzögerung. TCL verspricht, dass das auch in fünf Jahren noch so ist. Das finde ich ein mutiges Versprechen.
Für anspruchsvolles Gaming mit maximalen Einstellungen gibt es stärkere Chips. Dafür bleibt das Gerät auch unter Dauerlast angenehm kühl und drosselt kaum.
Bei der KI setzt TCL auf die bekannten Werkzeuge von Google und Android: Circle to Search und Gemini, dazu Ask AI (Webinhalte zusammenfassen oder Begriffe erklären lassen), Smart Voice Memo und AI Translator für Transkriptionen und Live-Übersetzungen. Das kennt man von anderen Android-Smartphones.
Akku, Gehäuse und Updates
- Akku: 5.800 mAh. Damit kommt man entspannt durch eineinhalb bis zwei intensive Tage.
- Laden: per Kabel mit bis zu 45 Watt. Kabelloses Laden fehlt.
- Gehäuse: 197 g und 8,26 mm dick, liegt trotz des großen Displays ausgewogen in der Hand. Schutz nach IP68.
- Updates: bis zu sieben Jahre Sicherheitsupdates und vier große Android-Versionen beim Ultra, eine Android-Version weniger beim Pro.
Preise: P80 Ultra oder P80 Pro?
| Modell | Speicher | UVP |
|---|---|---|
| P80 Ultra | 256 GB, 8 GB RAM | 549,99 € |
| P80 Ultra | 512 GB, 8 GB RAM | 599,99 € |
| P80 Pro | 429,99 € |
NXTPAPER-Technologie, Akku und Display sind bei beiden identisch. Der Unterschied liegt im Periskop-Tele, das dem P80 Pro fehlt. Wen das nicht stört, der spart 120 €.
Fazit
Für mich sind die klaren Vorteile das bislang einzigartige matte 1,5K-AMOLED-Display, der Schieberegler mit dem Max Ink Mode, das Kamera-Upgrade durch das Periskop-Tele, der 5.800-mAh-Akku und sieben Jahre Sicherheitsupdates.
Bewusst sein muss euch: Es gibt kein kabelloses Laden, die Ultraweitwinkel-Kamera fällt ab, und das matte Display nimmt Fotos und Videos etwas Glanz. Schade finde ich, dass es offenbar keine Hülle mit Stift mehr gibt wie bei den Vorgängern. Das große matte Display lädt eigentlich zum Notizenmachen ein.
Fragen und Antworten
- Was kostet das TCL NXTPAPER P80 Ultra?
- Das P80 Ultra kostet mit 256 GB Speicher und 8 GB RAM 549,99 € (UVP), mit 512 GB sind es 50 € mehr. Das P80 Pro kostet 429,99 € (UVP).
- Was ist der Unterschied zwischen TCL P80 Ultra und P80 Pro?
- Display, Akku und NXTPAPER-Technologie sind identisch. Nur das P80 Ultra hat die 50-Megapixel-Periskop-Telekamera, und es bekommt eine große Android-Version mehr. Das P80 Pro ist 120 € günstiger.
- Kann das TCL P80 Ultra kabellos laden?
- Nein. Das P80 Ultra lädt nur per Kabel, mit bis zu 45 Watt.
- Ersetzt das TCL P80 Ultra einen E-Reader?
- Für Jen ja: Der Max Ink Mode schaltet das Display per Schieberegler auf Schwarz-Weiß, blendet Apps und Benachrichtigungen aus und zeigt die eigene Bibliothek.
- Wie lange bekommt das TCL P80 Ultra Updates?
- Bis zu sieben Jahre Sicherheitsupdates und vier große Android-Versionen.