Microsoft Surface Duo 2 im Erfahrungsbericht: Für wen lohnt es sich?
Fazit in Kürze
Das Surface Duo 2 ist für Jen ein hervorragendes Business- oder Zweithandy und Tablet-Ersatz auf Reisen. Als Daily Driver taugt es wegen der Benachrichtigungen nicht. Mit einer UVP von 1.599 Euro muss jeder den Nutzen selbst abwägen.
Tops
- Hochwertige Verarbeitung, robuste Scharniere, Display hält in jedem Winkel
- Zwei Displays, in vier Varianten nutzbar, ideal zum Multitasking
- Surface Pen wird unterstützt und haftet magnetisch außen am Gehäuse
- Laute, satte Lautsprecher und helles Display
- Sehr gut als E-Book-Reader, Akku hält über zwei Tage
Flops
- Benachrichtigungsleiste zeigt nur Benachrichtigungen aus System-Apps
- Man muss das Gerät aufklappen, um zu sehen, wer anruft
- Nur in wenigen Eingabefeldern funktioniert die Stifteingabe
- Surface Pen separat zu kaufen, Hartplastikspitze klappert beim Schreiben
- Kamera auf der Rückseite lässt das aufgeklappte Gerät auf dem Tisch wackeln
Microsoft sagt selbst, dass das Surface Duo 2 kein Smartphone im eigentlichen Sinne ist. Man kann eine SIM-Karte einsetzen, damit telefonieren, und mit Android 11 stehen alle Apps aus dem Play Store zur Verfügung. Das Gerät hat mir Microsoft freundlicherweise als Leihgerät zur Verfügung gestellt. Ich werde nicht für meine Meinung bezahlt, dies ist also ein unabhängiger Erfahrungsbericht. Ich habe es fast zwei Wochen getestet und muss Microsoft zustimmen: Als Daily Driver und Ersatz für mein Smartphone wäre es für mich nicht geeignet. Trotzdem würde ich es mir kaufen.
Warum es nicht mein Daily Driver wird: die Benachrichtigungen
Das hängt zu 100 Prozent an den fehlenden Benachrichtigungsmöglichkeiten. Als Weiterentwicklung hat das Duo 2 eine von außen sichtbare Benachrichtigungsleiste. Die Idee ist nett, sie zeigt aber nur Benachrichtigungen aus System-Apps: Anrufe, SMS und den Akkustatus. Nachrichten aus WhatsApp, Telegram oder Instagram werden nicht angezeigt. Das Gerät muss außerdem so liegen, dass man die Leiste sieht.
Im Alltag ist das für mich nicht praktikabel, weil ich das Gerät jedes Mal komplett aufklappen muss, um Benachrichtigungen oder verpasste Anrufe zu sehen. Bei einem Anruf muss ich es sogar öffnen, um überhaupt zu sehen, wer anruft. Man könnte eine Smartwatch koppeln, aber das ist meiner Meinung nach nicht der Sinn der Sache. Ein Außendisplay wie beim Galaxy Z Flip 3 wäre ein absoluter Gamechanger. Dann würde ich das Gerät als meinen Lieblings-Daily-Driver nutzen. Ich hoffe, dass Microsoft es weiterentwickelt, denn es gibt wahnsinnig viele Gründe, warum ich es gern nutzen würde.
Design und Verarbeitung
Design und Verarbeitung sind hochwertig. Das Corning Gorilla Glass Victus außen macht einen total hochwertigen Eindruck. Die Scharniere sind robust und fest, das Gerät hält in jedem denkbaren Winkel. Der Fingerabdrucksensor im Power-Button funktioniert sehr zuverlässig. Vorn und hinten ist Glas, Fingerabdrücke und Staub sieht man deshalb. Dafür gibt es Cases, die außerdem schützen.
Zwei Displays in vier Varianten
Das Highlight sind die zwei 5,3 Zoll großen 90-Hz-Displays innen, die ich auf vier Arten nutze:
- Hochkant mit zwei getrennten Displays: In jedem läuft eine App. Meine produktivste Anwendung ist links E-Mails, rechts der Kalender.
- Im Querformat: Praktisch, wenn oben Teams läuft und unten Notizen entstehen. Mit der breiten Tastatur schreibt man E-Mails und längere Texte sehr gut.
- Als Einzel-Bildschirm, zusammengeklappt: Das Gerät ist dann recht handlich, zum Beispiel für WhatsApp. Dieses Format habe ich super häufig genutzt.
- Vollbild über beide Displays: Zum Beispiel für ein Buch oder einen Film. Dabei stört der Spalt zwischen den Displays. In der Kamera-App ist es praktisch, ein Foto zu machen und direkt zu bearbeiten.
Das Display wird schön hell, YouTube-Videos zu schauen macht Spaß. Die Lautsprecher sind richtig laut und satt, das hat mich positiv überrascht. Es gibt eine Front- und eine Rückkamera. Sie machen ganz gute Aufnahmen, für Schnappschüsse und zum Scannen von Dokumenten reicht das allemal.
Surface Pen und Notizen
Das Duo 2 unterstützt den Surface Pen, was das Gerät für mich noch produktiver macht. Ich liebe es, Termin-Notizen mit einem Stift zum Beispiel in OneNote zu machen, die dann über meine Geräte hinweg synchronisiert werden, vor allem mit meinem MacBook.
- Man kann nur in wenigen Eingabefeldern mit dem Stift schreiben. Apple und Samsung unterstützen das wesentlich besser.
- Der Stift ist hochwertig, hat aber wie der Apple Pencil eine Hartplastikspitze, die beim Schreiben klappert. Das beste Schreibgefühl hat für mich der S Pen von Samsung mit der weichen Spitze.
- Der Surface Pen haftet magnetisch außen am Gehäuse, das ist schön. Man muss ihn aber separat kaufen.
- Liegt das aufgeklappte Gerät auf dem Tisch, wackelt es wegen der Kamera auf der Rückseite. Besser wäre, wenn das Kameraelement nicht so weit aus dem Gehäuse ragte. Mit Cases lässt sich das Wackeln minimieren.
E-Book-Reader, Akku und Feed
Als E-Book-Reader ist das Gerät unschlagbar: klein, handlich und zwei tolle Displays. Komfortabler kann man unterwegs keine E-Books oder längeren Dokumente lesen. Den Feed auf der linken Seite finde ich superpraktisch, und er ist individuell anpassbar.
Bei meiner Nutzung mit Notizen, YouTube, Instagram, WhatsApp, E-Mail und Kalender hatte ich eine Akkulaufzeit von über zwei Tagen. Telefoniert habe ich damit allerdings nicht.
Fazit: Für wen ist das Surface Duo 2 geeignet?
Ganz klar ist es für mich ein hervorragendes Business- oder Zweithandy. Es hat alles, was ein Smartphone haben muss. Für Leute, die neben dem privaten ein getrenntes Smartphone für die Arbeit wollen, ist es genau richtig. In so einem Szenario ist es nicht so wichtig, wenn Benachrichtigungen von WhatsApp oder Social Media nicht auf den ersten Blick zu sehen sind. Ich kann es mir gut als Diensthandy, vielleicht als Laptop-Ersatz und in jedem Fall als Tablet-Ersatz auf Reisen vorstellen.
In den zwei Wochen hat es mein komplexes Notizbuch für die Arbeit ersetzt. Das ist das erste Gerät, das das geschafft hat, und der Grund, warum ich es mir wahrscheinlich selbst anschaffen werde. Im privaten Bereich kann es als Tablet-Ersatz dienen oder für alle, die sich gern Notizen machen oder zwei Anwendungen komfortabel nebeneinander nutzen wollen. Das funktioniert hier hundertmal besser als auf allen anderen Geräten, die ich bisher getestet habe.
Bedenken muss man die UVP von 1.599 Euro. Als Zweitgerät ist das eine Ansage, jeder muss selbst überlegen, ob er genug Nutzungsszenarien hat. Ich hoffe, dass Microsoft dranbleibt, das Benachrichtigungsproblem löst, eine etwas bessere Kamera verbaut und kleine Macken behebt. Dann wäre es für mich eine klare Entscheidung und mein neuer Daily Driver.
Fragen und Antworten
- Ist das Microsoft Surface Duo 2 als Daily Driver geeignet?
- Nein, nicht für Jen. Die Benachrichtigungsleiste zeigt nur Benachrichtigungen aus System-Apps, und selbst bei Anrufen muss man das Gerät aufklappen, um zu sehen, wer anruft.
- Für wen eignet sich das Surface Duo 2?
- Als Business- oder Zweithandy, als Diensthandy, als Tablet-Ersatz auf Reisen und als Notizbuch-Ersatz. Jen sieht es auch als Laptop-Ersatz.
- Was kostet das Microsoft Surface Duo 2?
- Die UVP beträgt 1.599 Euro.
- Wie lange hält der Akku des Surface Duo 2?
- Bei Jens Nutzung mit Notizen, YouTube, Instagram, WhatsApp, Mails und Kalender über zwei Tage, allerdings ohne dass sie damit telefoniert hat.
- Unterstützt das Surface Duo 2 einen Stift?
- Ja, den Surface Pen. Er haftet magnetisch außen am Gehäuse, muss aber separat gekauft werden.