Lenovo Yoga Tab Gen 2 und Yoga Tab Plus Gen 2 im Test: Kann das Tablet wirklich alles?
Fazit in Kürze
Beide Yoga Tabs haben ein gestochen scharfes 4K-Display im 3:2-Format, einen Stift mit Papiergefühl und lange Updates; Stift und Tastatur sind im Preis enthalten. Das Yoga Tab Gen 2 für 649 € ist der Preis-Leistungs-Tipp für unterwegs, das Yoga Tab Plus Gen 2 für 849 € lohnt sich, wenn das Tablet den Laptop ersetzen soll.
Tops
- 4K-Display im 3:2-Format, gestochen scharf und bis 1.100 Nits hell
- Tab Pen Pro 2 mit haptischem Feedback fühlt sich an wie Schreiben auf Papier
- Clevere Stift-Gesten: Radieren, Kopieren und Einfügen
- Stift und Tastatur im Lieferumfang
- Sicherheitsupdates bis 2033
- Plus-Modell: sehr gute Clamshell-Tastatur und sechs Lautsprecher
Flops
- Displays könnten stärker entspiegelt sein
- Bleibt ein Android-Tablet: Sondersoftware läuft nicht
- Zweiteilige Tastatur des kleinen Modells wackelt auf den Knien
- Starker Snapdragon-Chip nur im großen 13-Zoll-Modell
Ein Tablet, das auf der Couch, in der Bahn oder in der Uni ein handlicher Begleiter ist und mit angedockter Tastatur trotzdem flüssig zum Arbeiten taugt, und das zu einem erträglichen Preis: Das verspricht Lenovo mit zwei neuen Modellen, dem kompakten Yoga Tab Gen 2 und dem größeren Yoga Tab Plus Gen 2. Ich habe mir beide genau angesehen. Hier steht, was sie können, wo sie sich unterscheiden und welches sich für wen lohnt.
Preise und Unterschiede auf einen Blick
| Yoga Tab Gen 2 | Yoga Tab Plus Gen 2 | |
|---|---|---|
| UVP | 649 € | 849 € |
| Display | 11,1 Zoll, 4K, 3:2 | 13 Zoll, 4K, 3:2 |
| Gewicht | rund 480 g | rund 605 g |
| Prozessor | MediaTek Dimensity | Snapdragon 8 Elite |
| Lautsprecher | vier | sechs, Harman Kardon, Dolby Atmos |
| Akku | 11.000 mAh | 12.700 mAh |
| Laden | 68 Watt | 68 Watt |
| Tastatur | zweiteilig: Hülle mit Standfuß und Tastatur | einteilige Clamshell-Tastatur |
| Stift | Tab Pen Pro 2 | Tab Pen Pro 2 |
Bei beiden Tablets sind Tastatur und Stift im Preis enthalten. Das gibt es in dieser Preisklasse nur ganz selten.
Das Display: 4K im 3:2-Format
Beide Geräte haben ein 4K-Display, das Lenovo PureSight Pro nennt. Im echten Leben heißt das: Schrift in PDFs, auf Webseiten oder in Skripten ist gestochen scharf, fast wie in einem gedruckten Magazin. Ein Pixelraster sieht man mit bloßem Auge nicht, und Fotos haben weiche Farbverläufe ohne sichtbare Streifen.
Mit bis zu 1.100 Nits Spitzenhelligkeit werden beide Bildschirme sehr hell. Draußen im Park oder auf dem Balkon in der Sonne zu arbeiten, klappt ohne Probleme. Ich hätte mir aber gewünscht, dass die Displays stärker entspiegelt sind, damit das Arbeiten in direktem Sonnenlicht oder unter eingeschalteten Deckenlampen noch angenehmer wird.
Der eigentliche Clou im Alltag ist das Seitenverhältnis 3:2. Die meisten Tablets sind mit 16:9 oder 16:10 eher breit gebaut, das 3:2-Format ist spürbar höher. Wenn ihr einen Artikel lest oder durch ein Skript scrollt, müsst ihr viel seltener wischen. Und handschriftliche Notizen fühlen sich nicht wie ein schmaler Streifen an, sondern wie ein klassischer DIN-A4-Block.
Größe und Gewicht: 11,1 oder 13 Zoll
Der erste Unterschied überrascht wenig. Das Yoga Tab Gen 2 hat 11,1 Zoll und wiegt rund 480 g. Das ist der Sweet Spot, wenn ihr das Tablet oft unterwegs nutzt: Ihr könnt es in der Bahn locker mit einer Hand halten, um ein E-Book zu lesen, oder abends im Bett eine Serie schauen, ohne dass nach fünf Minuten das Handgelenk wehtut.
Das Yoga Tab Plus Gen 2 hat 13 Zoll und wiegt rund 605 g, das ist fast schon Laptopgröße. Auf dem Schreibtisch oder auf der Couch aufgestellt ist es ein Traum, weil zwei Apps vollwertig nebeneinander passen. Lange freihändig im Stehen oder Liegen würde ich es aber eher nicht nutzen.
Leistung, Klang und Akku
Im kleinen Yoga Tab steckt ein Prozessor von MediaTek aus der Dimensity-Reihe, im Plus-Modell der Snapdragon 8 Elite. Bei 4K-Streaming, 20 offenen Tabs im Browser, E-Mails, Office-Dokumenten und ein paar Skizzen spürt ihr zwischen beiden im Grunde keinen Unterschied. Beide reagieren dank der flüssigen Bildwiederholrate blitzschnell und ohne Ruckler.
Seine Stärke spielt der Snapdragon im Plus-Modell aus, wenn ihr aufwendige 4K-Videos schneidet, komplexe Bilddateien mit vielen Ebenen bearbeitet oder grafikintensive 3D-Spiele spielt. Ich persönlich würde mir so einen richtig starken Prozessor auch mal in einem 11-Zoll-Tablet wünschen. 11 oder 13 Zoll machen in der Handtasche oder im Rucksack einen Unterschied, und in der kleineren Größe gibt es leider nicht so viel Auswahl.
Hörbar ist der Unterschied beim Klang. Das 11,1-Zoll-Modell hat vier Lautsprecher, die sauber und kräftig klingen. Das Plus-Modell hat sechs Lautsprecher mit Harman-Kardon-Abstimmung und Dolby Atmos. Die füllen mühelos ein ganzes Zimmer mit vollem, bassstarkem Sound. Wer gern Serien ohne Kopfhörer schaut, bekommt damit ein kleines mobiles Kino.
Beim Akku müsst ihr euch bei keinem der beiden Sorgen machen. 11.000 mAh beim kleinen und 12.700 mAh beim großen Modell reichen bei gemischter Nutzung locker für zwei normale Uni- oder Arbeitstage. Mit 68 Watt sind beide nach einer halben Stunde Kaffeepause wieder bereit für den restlichen Tag.
Der Stift: Schreiben wie auf Papier
Beim Stift macht Lenovo zum Glück keinen Unterschied. Beide Tablets nutzen den Tab Pen Pro 2, und man merkt sofort, wie viele Gedanken sich die Entwickler gemacht haben. Wer schon mal mit einem Stylus auf nacktem Glas geschrieben hat, kennt das Problem: Es fühlt sich rutschig und künstlich an, und der Stift klackert auf dem Glas.
Der Tab Pen Pro 2 hat haptisches Feedback. Beim Zeichnen oder Schreiben vibriert er ganz fein und erzeugt einen leisen Ton, der das Reiben eines Bleistifts, Textmarkers oder Füllers auf Papier nachahmt. Was davon, könnt ihr euch aussuchen. Das ist wirklich abgefahren: Euer Gehirn denkt, ihr schreibt auf Papier, die Stiftführung wird kontrollierter, und die Hand verkrampft bei langen Vorlesungen oder Meetings deutlich weniger.
Dazu kommen clevere Abkürzungen:
- Radieren: Dreht ihr den Stift um, funktioniert das obere Ende wie ein Radiergummi. Den Radierer im Menü auszuwählen, entfällt.
- KI: Drückt ihr den Stift zusammen, startet die KI. Ihr könnt etwas einkreisen und danach suchen, eine Kritzelei in eine saubere Grafik verwandeln oder den Screenshot direkt weiterverwenden.
- Kopieren und Einfügen: Mit einem Wisch nach oben auf dem Stift kopiert ihr etwas, mit einem Wisch nach unten fügt ihr es wieder ein. Dafür müsst ihr nicht mal mehr zur Tastatur greifen. Diese Funktion finde ich mega cool.
Tastatur und Desk Mode
Beide Modelle bringen eine Tastatur mit, aber mit unterschiedlichem Konzept. Beim Yoga Tab Gen 2 setzt Lenovo auf eine zweiteilige Lösung: eine magnetische Hülle mit Standfuß für die Rückseite und eine separate Tastatur, die unten angeklickt wird. Der Vorteil ist, dass ihr flexibel seid. Ihr lasst die Tastatur weg und stellt das Tablet dank Standfuß trotzdem stabil auf den Küchentisch, etwa um beim Kochen ein Video laufen zu lassen. Der Nachteil: Auf den Knien, zum Beispiel im Zug, wackelt so eine zweiteilige Konstruktion naturgemäß ein wenig.
Das Yoga Tab Plus Gen 2 nutzt eine einteilige Clamshell-Tastatur, die mit einem Handgriff magnetisch festklickt. Zugeklappt fühlt sich das an wie ein hochwertiges, schlankes Notebook. Aufgeklappt könnt ihr damit gut auf dem Schoß tippen, ohne dass hinten ein Standfuß Platz wegnimmt. Die Tastatur hat 1,5 mm Hub und tippt sich herausragend gut. Hier merkt man die Erfahrung von Lenovo mit den ThinkPads, die man vor allem wegen ihres Schreibkomforts kauft.
Im Desk Mode wechselt Android in eine Desktop-Ansicht mit frei verschiebbaren Fenstern und einer Taskleiste. Auf dem 11,1-Zoll-Modell ist das für zwei Dokumente nebeneinander schon ganz nett. Auf dem 13-Zoll-Modell fühlt es sich wie ein echter Arbeitsplatz an: links der Browser für die Recherche, rechts das Dokument und irgendwo daneben noch YouTube.
Für mich sind Stift und Tastatur bei beiden Tablets echte Produktivitäts-Hacks. Ich schreibe jeden Tag unfassbar viele E-Mails, und mit der Tastatur geht das sehr komfortabel. Verträge lese ich auf dem Tablet, annotiere oder unterschreibe sie direkt mit dem Stift oder lasse mir einzelne Passagen übersetzen, wenn sie auf Englisch sind. Auf die frei belegbare Taste der Tastatur habe ich mir Gemini gelegt, um zwischendurch schnell etwas zu recherchieren.
Stärken und Schwächen
Ganz klar auf der Habenseite steht das 3:2-Display. Wenn man einmal darauf gearbeitet oder gelesen hat, wirken klassische Breitbild-Tablets wie ein kleiner Rückschritt. Auch das Schreibgefühl mit dem haptischen Feedback des Stifts und seine praktischen Funktionen gehören zur absoluten Spitzenklasse.
Ein riesiger Pluspunkt ist die Zukunftssicherheit. Beide Tablets starten mit Android 17, und Lenovo garantiert Sicherheitsupdates bis 2033. Für Android-Tablets ist das außergewöhnlich langlebig und nachhaltig.
Auf der anderen Seite: So gut der Fenstermodus funktioniert und so stark die Tastaturen sind, im Kern bleibt es ein Android-Tablet, das auf die Apps im Play Store beschränkt ist. Wer Sondersoftware braucht, braucht weiter einen Laptop. Das weiß man aber, wenn man sich ein Tablet statt eines Laptops kauft. Und wie gesagt hätte ich mir bei beiden Displays eine stärkere Entspiegelung gewünscht.
Für wen lohnt sich welches Yoga Tab?
Zwischen den beiden Modellen liegen 200 € bei identischem Zubehör.
Yoga Tab Gen 2 (11,1 Zoll, 649 €): Das ist der klare Preis-Leistungs-Tipp für alle, die einen flexiblen Alltagsbegleiter suchen. Wenn ihr viel pendelt, in der Uni oder Schule mitschreibt oder auf der Couch und im Zug lest, ist das 11,1-Zoll-Format viel handlicher. Ihr spart 200 € und bekommt trotzdem dieselbe Displayschärfe, denselben genialen Stift und dieselbe lange Update-Garantie.
Yoga Tab Plus Gen 2 (13 Zoll, 849 €): Das ist die richtige Wahl, wenn das Tablet euren Laptop im Alltag weitgehend ablösen soll. Wer täglich lange Texte schreibt, profitiert enorm von der stabileren Clamshell-Tastatur, und die große Fläche macht Multitasking mit Fenstern erst richtig produktiv. Dazu kommen der herausragende Klang der sechs Lautsprecher und der Snapdragon-Chip mit Leistungsreserven für die nächsten Jahre. Wenn ihr das Tablet so intensiv nutzen wollt, sind die 200 € Aufpreis absolut gerechtfertigt.
Mich interessiert: Reichen euch kompakte 11,1 Zoll für unterwegs, oder braucht ihr die große 13-Zoll-Leinwand für den Schreibtisch? Schreibt es mir gern in die Kommentare unter dem Video.
Fragen und Antworten
- Was ist der Unterschied zwischen dem Lenovo Yoga Tab Gen 2 und dem Yoga Tab Plus Gen 2?
- Das Yoga Tab Gen 2 hat 11,1 Zoll, wiegt rund 480 g und hat vier Lautsprecher und eine zweiteilige Tastatur. Das Plus Gen 2 hat 13 Zoll, wiegt rund 605 g und bringt den Snapdragon 8 Elite, sechs Lautsprecher und eine einteilige Clamshell-Tastatur mit. Display und Stift sind gleich.
- Was kosten das Lenovo Yoga Tab Gen 2 und das Yoga Tab Plus Gen 2?
- Das Yoga Tab Gen 2 kostet 649 € UVP, das Yoga Tab Plus Gen 2 849 € UVP. Bei beiden sind Tastatur und Stift im Lieferumfang.
- Kann das Lenovo Yoga Tab Plus Gen 2 einen Laptop ersetzen?
- Laut Jen im Alltag weitgehend: Clamshell-Tastatur, Desk Mode und die 13-Zoll-Fläche machen es zu einem echten Arbeitsplatz. Es bleibt aber ein Android-Tablet; wer Sondersoftware braucht, braucht weiter einen Laptop.
- Wie lange bekommen die Lenovo Yoga Tabs Gen 2 Updates?
- Beide starten mit Android 17, und Lenovo garantiert Sicherheitsupdates bis 2033. Für Android-Tablets ist das laut Jen außergewöhnlich lang.