48 Stunden mit dem Galaxy Z Fold8: Mehr Kompromiss als ich dachte
Fazit in Kürze
Das Galaxy Z Fold8 begeistert Jen mit Größe, Gewicht und dem neuen Format. Die fehlende Flex Hinge ist ihr größter Kritikpunkt, dazu kommen Kamera und Akku als Kompromisse. Bei 1.999 € UVP hätten sie kleiner ausfallen müssen.
Tops
- Handlich, dünn und leicht, passt in kleine Handtaschen und die Hosentasche
- Einhändig bedienbar, breiteres Außendisplay erleichtert das Tippen
- Innendisplay im Hochformat und breiteres Format, gut für Splitscreen, Kindle und Webseiten
- Displays heller, Knickfalte laut Jen zu 99,9 % eliminiert
- Akku hält in der Anfangsphase länger als beim Z Fold 7
Flops
- Keine Flex Hinge: Das Scharnier hält ab etwa 90 Grad nicht mehr und öffnet sich langsam von selbst
- Keine Telekamera, nur Weitwinkel und Ultraweitwinkel mit je 50 Megapixeln
- Akku mit 4.800 mAh nicht groß
- Die Tastatur nimmt auf dem kurzen Außendisplay die Hälfte des Bildschirms ein
Ich habe das Galaxy Z Fold8 seit gut 48 Stunden als mein Hauptsmartphone im Einsatz und bin verliebt. Verliebt zu sein heißt aber nicht, dass alles perfekt ist, sondern dass man mit kleinen Fehlern leben kann. Das hier ist mein Ersteindruck nach 48 Stunden, kein ausführliches Review. Bei längerer Nutzung können mir noch weitere Dinge auffallen.
Der neue Formfaktor
Man muss das Gerät in der Hand gehabt haben, um es zu verstehen. Es ist handlich, dünn und leicht, passt in jede noch so kleine Handtasche und sitzt locker in der Hosentasche. Einhändig komme ich mit dem Daumen nahezu über das gesamte Frontdisplay, ohne umzugreifen. Das Schreiben auf dem deutlich breiteren Außendisplay ist mühelos, weil die Tastatur in der Breite mehr Platz hat.
Das ist auch schon der erste kleine Kompromiss: Weil das Fold8 wesentlich kürzer ist, nimmt die Tastatur die Hälfte des Bildschirms ein, und man sieht kaum noch etwas von der Nachricht, auf die man antwortet. In den Einstellungen lässt sie sich etwas nach unten verschieben und schmaler machen, aber nicht viel. Ich habe mich schnell daran gewöhnt.
Wenn ich mehr Platz brauche, klappe ich es auf und habe ein 7,6-Zoll-Display. Das Format ergibt viel mehr Sinn als das fast quadratische des Z Fold 7 oder Fold8 Ultra, denn es ist ein gutes Stück breiter, sodass Apps im Splitscreen mehr Platz nach links und rechts haben. Die Kindle-App kann das Buch auf zwei Seiten anzeigen, wie ein kleines Buch. Das Hochformat des geöffneten Innendisplays ist praktisch für Webseiten und Artikel.
Das Format kennen wir von Social-Media-Beiträgen, Reels, TikToks und YouTube-Videos, die dadurch nahezu den ganzen Bildschirm füllen. Ein YouTube-Video im Vollbild wird auf dem Fold8 genauso groß dargestellt wie auf dem Fold8 Ultra, das eigentlich das größere Innendisplay mit 8 Zoll hat. Dort hat man nur mehr Rand.
Mein größter Kritikpunkt: keine Flex Hinge
Was gar keinen Sinn macht: Samsung hat aus unerfindlichen Gründen beschlossen, keine Flex Hinge zu verbauen, wie beim Fold8 Ultra und den Vorgängern. Das ist mein schärfster Kritikpunkt. Ich nutze ein Foldable genau deshalb, weil ich es überall hinstellen und YouTube-Videos schauen kann. Das geht jetzt nur noch schwierig.
Alles unter 90 Grad hält wunderbar. Sobald man sich dem 90-Grad-Winkel nähert, denkt man erst, es hält. Das ist ein Trugschluss: Das Scharnier öffnet sich ganz langsam von allein weiter, bis es plötzlich aufschnalzt. Zum Videoschauen bleibt dann nur eine Art Zeltmodus mit dem Außendisplay. Das nimmt einen extrem großen Vorteil von Foldables gegenüber normalen Smartphones. Jetzt muss ich eine Hülle mit Stand oder Magnet kaufen, um das Fold8 überhaupt aufstellen zu können. Ich habe mich gefragt, ob meine Liebe zum Formfaktor groß genug ist, um diesen Fehler zu akzeptieren. Die Antwort ist ja.
Displays und Haltbarkeit
Die Displays innen und außen sind eine Wucht: gestochen scharf und deutlich heller als bei den Vorgängern. Mit der neuen Flex-Titanium-Technologie hat Samsung die Knickfalte zu 99,9 % eliminiert. Man sieht sie nur noch, wenn man das Display bewusst im Licht spiegelt, und fühlt sie gar nicht mehr. Beim Filme- und Videoschauen und Lesen ist sie komplett verschwunden. Das ist genau die Entwicklung, die wir sehen wollten.
Dazu kommt das Haltbarkeitsthema: Die integrierte Titanplatte und die Titanlegierung sollen die Haltbarkeit des Innendisplays drastisch erhöhen. Samsung tritt damit der Angst um die Haltbarkeit faltbarer Displays entgegen. Wie haltbar das Innendisplay tatsächlich ist, erfahren wir erst nach ein paar Jahren.
Kamera
Der kompakte Formfaktor erfordert zwei weitere Kompromisse. Der erste ist die Kamera. Das Dual-Kamerasystem besteht aus einer 50-Megapixel-Weitwinkel- und einer 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Es gibt keine Telefotokamera. Wer viele Zoom-Aufnahmen in hoher Qualität machen will, ist hier nicht gut aufgehoben. Ich finde die Kamera für Alltagsaufnahmen grundsolide und für die meisten von uns wahrscheinlich völlig ausreichend. Die Qualität dürft ihr wie immer selbst beurteilen, im Video sind dazu Aufnahmen zu sehen.
Akku
Der zweite Kompromiss ist der Akku mit 4.800 mAh. Er lädt mit 45 Watt per Kabel und 20 Watt kabellos, was ein Fortschritt gegenüber den Vorgängermodellen ist. Nach so kurzer Zeit kann ich noch keine fundierte Aussage zur Laufzeit machen, denn mit einem neuen Gerät spielt man extrem viel herum, und im Hintergrund wird ständig etwas heruntergeladen. In der Honeymoon-Phase hält das Fold8 aber schon länger als mein Z Fold 7, das ich zuletzt spätestens am Abend an den Strom hängen musste. Für die neuen Software-Funktionen in One UI 9 muss ich mich noch ausgiebiger damit beschäftigen.
Fazit
Mit dem neuen Formfaktor hat Samsung einen richtigen Treffer gelandet. Ich hoffe, dass sie ihn beibehalten und die Trade-offs wie Flex Hinge, Akku und Kamera weiter verbessern. Bei 1.999 € UVP hätten die Kompromisse meiner Meinung nach deutlich kleiner ausfallen müssen. Wer sich wie ich nach einem handlicheren Foldable gesehnt hat, wird mit dem Fold8 aber seine helle Freude haben: Größe, Gewicht und das ultradünne Design begeistern extrem, und die Sinnhaftigkeit des Formats ist nahezu überwältigend.
Fragen und Antworten
- Was kostet das Samsung Galaxy Z Fold8?
- Das Galaxy Z Fold8 kostet 1.999 € UVP. Bei diesem Preis hätten die Kompromisse laut Jen deutlich kleiner ausfallen müssen.
- Hat das Galaxy Z Fold8 eine Flex Hinge?
- Nein. Samsung hat beim Z Fold8 keine Flex Hinge verbaut. Unter 90 Grad hält das Gerät, darüber öffnet sich das Scharnier langsam von selbst. Jen sieht darin ihren größten Kritikpunkt.
- Welche Kamera hat das Galaxy Z Fold8?
- Das Galaxy Z Fold8 hat eine 50-Megapixel-Weitwinkel- und eine 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera, aber keine Telefotokamera. Für Alltagsaufnahmen ist sie laut Jen grundsolide.
- Wie ist der Akku des Galaxy Z Fold8?
- Der Akku hat 4.800 mAh und lädt mit 45 Watt per Kabel und 20 Watt kabellos. In der Anfangsphase hielt er bei Jen länger als der des Z Fold 7. Ein fundiertes Urteil nach 48 Stunden gibt es noch nicht.