Tops und Flops bei der Samsung Galaxy Watch 7
Fazit in Kürze
Die Galaxy Watch 7 ist schneller, hält gut zwei Tage und bringt mit dem AGEs-Index ein spannendes neues Tracking. Jen stören die weiterhin kurze Akkulaufzeit, die lange Ladezeit, Einschränkungen ohne Galaxy-Smartphone und das fehlende Reverse Wireless Charging.
Tops
- Schnellerer Exynos W1000, Benachrichtigungen kommen in Echtzeit
- Akku hält etwas mehr als zwei Tage, deutlich länger als bei der Galaxy Watch 6
- Verbesserte Biosensoren: Workouts werden sehr schnell erkannt
- Neuer AGEs-Index zeigt, wie es um den Stoffwechsel steht
- Erste KI-Funktionen, 32 GB statt 16 GB Speicher, Wear OS mit Apps wie Spotify
Flops
- Akku mit anderthalb bis zwei Tagen weiterhin zu kurz
- Laden dauert 1,5 Stunden mit Schnelllader, ohne über 2 Stunden
- Einige Funktionen nur mit aktuellem Galaxy-Smartphone
- Kein Reverse Wireless Charging mehr über das Samsung-Smartphone
Die Galaxy Watch 7 ist da. Optisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht so wahnsinnig viel verändert, dafür unter der Haube einiges. Ich habe die Uhr über eine Woche getestet, mit Schlaf-, Herzfrequenz- und Zyklustracking. Hier sind meine Tops und Flops.
Die Tops
1. Neuer, schnellerer Prozessor
Im Inneren arbeitet der Exynos W1000, der gegenüber der Galaxy Watch 6 noch einmal schneller geworden ist. Das merkt man beim Wischen, beim Aufrufen von Benachrichtigungen und beim Öffnen von Apps und Widgets. Auch die Latenz, mit der Benachrichtigungen vom Smartphone ankommen, ist deutlich kleiner: Sie kommen jetzt in Echtzeit. Zudem soll der Prozessor energieeffizienter sein.
2. Längerer Akku
Bei der Galaxy Watch 6 war nach nicht mal anderthalb Tagen spätestens Schluss. Die Galaxy Watch 7 hält etwas mehr als zwei Tage bei aktiviertem Schlaf- und Herzfrequenz-Tracking, eingeschalteten Benachrichtigungen und täglichem Aktivitätstracking. Mit Always-on-Display ist es einen halben Tag weniger. Huawei und Amazfit halten mit ihren Uhren eher 7 bis 10 Tage durch, dafür läuft darauf ein abgespecktes Betriebssystem.
Auf der Galaxy Watch 7 mit Wear OS von Google nutzt man viele Google- und Samsung-Apps wie Google Maps, Chrome oder Notizen und installiert Drittanbieter-Apps wie Spotify. Damit hört man unterwegs Musik ohne Smartphone. Der interne Speicher ist von 16 auf 32 GB gewachsen. Ich nutze das alles leider nicht und lege mehr Wert auf lange Akkulaufzeit. Bisher lag das auch daran, dass ich die Uhr nachts nicht laden konnte, weil ich den Schlaf mit ihr tracken wollte. Jetzt gibt es den Galaxy Ring, den ich gerade teste und der nachts den Schlaf tracken kann. So kann ich die Watch 7 über Nacht laden, ohne etwas zu verpassen. Das Video zum Galaxy Ring kommt bald.
3. Verbesserte Biosensoren
Das habe ich beim automatischen Workout-Tracking gemerkt. Vorher erkannte die Uhr erst nach etwa 10 Minuten, dass ich gehe, und zählte erst ab Start die Kilometer. Jetzt erkennt die Galaxy Watch 7 das Workout nach sehr kurzer Zeit, ob Gehen, Laufen, Radfahren oder Crosstrainer, und berücksichtigt bei Gehen und Laufen die bereits zurückgelegten Kilometer. Als Tracker für Schlaf und Herzfrequenz erlebe ich sie als sehr zuverlässig, mit der Galaxy Watch 6 war ich aber auch schon zufrieden.
Beide tracken morgens die Körpertemperatur. Das ist besonders für Frauen interessant, weil sich der Zyklus damit sehr genau nachvollziehen lässt. Dafür muss man die Uhr oder alternativ den Galaxy Ring nachts durchgehend tragen. Ab 2025 soll es neben EKG und Blutdruck auch die Möglichkeit geben, Schlafapnoe zu erkennen, also ob man nachts unbewusst die Luft anhält.
4. Der AGEs-Index
Eine völlig neue Tracking-Funktion. AGEs steht für Advanced Glycation End Products, auf Deutsch fortgeschrittene Glykationsendprodukte. Sie entstehen natürlich im Körper, wenn Protein- oder Fettmoleküle durch Zuckermoleküle oxidiert werden. Je mehr Zucker und ungesunde Lebensmittel wir essen, desto mehr AGEs sind im Körper und auf der Haut. Auch Schlaf, Stress und Bewegung wirken sich aus.
Die Galaxy Watch 7 misst sie morgens auf der Haut und zeigt, wie es um den Stoffwechsel steht: Je niedriger der Index, desto besser. Ein hoher Index steht laut Studien in Verbindung mit schnellerem Altern und chronischen Erkrankungen. Um ihn zu senken, schlägt die Samsung-Health-App gesunde, ausgewogene Ernährung mit vielen Antioxidanzien, wenig verarbeitete Lebensmittel, ausreichend Schlaf und Bewegung vor.
Ich finde überragend gut, dass Samsung das Thema Ernährung in die Gesamtbetrachtung der Gesundheit einbindet. Der Index ersetzt kein Blutzuckermessgerät, zeigt aber ohne großen Aufwand, ob der Stoffwechsel eher auf einem guten oder schlechten Weg ist. Bei mir spiegelt er meine Situation gut wider: Ich bin viel unterwegs, esse viel Fastfood und habe meine Vitamine vernachlässigt. Es macht etwas mit mir, das schwarz auf weiß zu sehen. Die Samsung-Health-App halte ich nach wie vor für den besten Gesundheitsbegleiter auf dem Markt, und mit dem Index wird sie noch professioneller.
5. Erste KI-Funktionen
Die Uhr bringt schon ein paar KI-Features mit: Vorschläge zu unserem Gesundheitsverhalten und zur Optimierung von Schlaf und Stress, außerdem Antwortvorschläge auf Nachrichten, die zu unserem Schreibstil passen. Das ist noch überschaubar, aber Samsung und Google arbeiten merklich daran, und ich freue mich über die vielen kleinen Schritte.
Die Flops
- Der Akku: Anderthalb bis zwei Tage sind mir zu wenig. Da sich beim Design nichts ändert, was für mich völlig fein ist, hätte ich mir drei bis vier Tage gewünscht, damit man auf Dienstreise oder am Wochenende nicht ständig ans Laden denken muss.
- Die Ladezeit: Sie dauert 1,5 Stunden mit Schnelllader und über 2 Stunden ohne. Ich hätte mir eine Dreiviertelstunde bis maximal eine Stunde gewünscht. Wer die Uhr im Schlaf trägt, muss sie 2 Stunden ablegen, dann fehlen Aufzeichnungen. Bei mir werden aus zwei Stunden schnell drei oder ein halber Tag, weil ich die Uhr vergesse. Am liebsten wäre sie in der Zeit voll, in der ich morgens im Bad bin und Kaffee mache.
- Funktionen nur mit aktuellem Galaxy-Smartphone: Dazu gehören die Gestensteuerung per Fingertippen, der Fahrradleistungsmesser, die Sturzerkennung und die Notruffunktion, vielleicht noch weitere. Ich verstehe, dass Samsung Kunden im eigenen Kosmos halten will. Aber die Offenheit, Geräte verschiedener Hersteller mischen zu können, war ein Hauptgrund, warum ich vor zwei Jahren von Apple zu Android gewechselt bin. Dass das jetzt eingeschränkt wird, finde ich bedauerlich.
- Kein Reverse Wireless Charging: Weder die Galaxy Watch 7 noch die Galaxy Watch Ultra lassen sich auf der Rückseite des Samsung-Smartphones laden. Ich finde das einen extremen Rückschritt, gerade weil man die Uhren so oft laden muss. Laden auf Ladepads geht weiterhin. Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen.
Fragen und Antworten
- Wie lange hält der Akku der Galaxy Watch 7?
- Etwas mehr als zwei Tage mit Schlaf- und Herzfrequenz-Tracking, Benachrichtigungen und Aktivitätstracking. Mit Always-on-Display ist es etwa ein halber Tag weniger. Die Galaxy Watch 6 hielt nicht einmal anderthalb Tage.
- Was ist der AGEs-Index der Galaxy Watch 7?
- AGEs (Advanced Glycation End Products) entstehen im Körper, wenn Zucker Protein- oder Fettmoleküle oxidiert. Die Uhr misst sie morgens auf der Haut. Je niedriger der Index, desto besser der Stoffwechsel. Er ersetzt kein Blutzuckermessgerät.
- Welche Funktionen der Galaxy Watch 7 gehen nur mit einem Galaxy-Smartphone?
- Laut Jen Gestensteuerung per Fingertippen, Fahrradleistungsmesser, Sturzerkennung und Notruffunktion, möglicherweise weitere.
- Kann man die Galaxy Watch 7 auf dem Samsung-Smartphone laden?
- Nein, Reverse Wireless Charging gibt es bei der Galaxy Watch 7 und der Galaxy Watch Ultra nicht mehr. Laden auf Ladepads geht weiterhin.