Galaxy Buds 4 Pro vs. Buds 3 Pro: Lohnt sich der Aufpreis?
Fazit in Kürze
Die Galaxy Buds 4 Pro bringen neues Design, Kopfgesten für Anrufe und etwas bessere Sprachqualität, bei ANC, Klang und Akku ist der Unterschied zu den Buds 3 Pro klein. Wen das nicht reizt, nimmt die günstigeren Galaxy Buds 3 Pro.
Tops
- Neues Design mit mattem Brushed-Metal-Steg, kein Apple-Klon-Look
- Ergonomisches Case: Buds werden so eingelegt, wie man sie herausnimmt
- Kopfgesten: Nicken nimmt Anrufe an, Kopfschütteln lehnt sie ab
- Sprachqualität für Gesprächspartner etwas besser
- Sehr gutes ANC, Tragekomfort wie bei den Buds 3 Pro
Flops
- Bedienfeld an der schmalen Vorderseite statt auf dem breiten Steg
- Echtzeitübersetzer unverändert: Smartphone mit Dolmetscher-App nötig, Sprache vorher einstellen
- Kaum hörbarer Klangunterschied zu den Buds 3 Pro
- Galaxy-AI-Integration beschränkt sich auf den Sprachassistenten
Bevor du 249 € UVP für die neuen Galaxy Buds 4 Pro ausgibst, solltest du wissen, ob sie im Alltag wirklich vieles besser machen als die Galaxy Buds 3 Pro. Die Buds 3 Pro waren schon so massiv gut, dass es schwer ist, noch eins draufzusetzen. Die neuen Buds 4 Pro sind keine schlechten Kopfhörer, sie haben mich aber nicht überzeugt.
Design und Case
Ich war ein großer Fan der Galaxy Buds 3 Pro, aber nur der silbernen. Die weißen sahen auf den ersten Blick aus wie AirPods-Klone. Die Buds 4 Pro sind davon unabhängig von der Farbe weit entfernt. Der flache Steg hat jetzt eine matte Brushed-Metal-Optik, die hochwertig, clean und zeitlos aussieht. Der Plastikbomber-Look ist Vergangenheit.
Auch das neue Case begeistert mich. Die Buds werden so eingelegt, wie man sie herausnimmt, um sie ins Ohr zu stecken, ohne sie vorher drehen zu müssen. Mir ist unverständlich, warum manche Hersteller Cases bauen, für die man ein Ingenieurstudium braucht. Samsung hat das dieses Jahr sehr nutzerfreundlich gelöst.
Bedienung
Etwas irritiert hat mich die Bedienung. Ich dachte, bei dem großen Steg würde man die Buds von außen durch Tippen oder Streichen steuern, was auch bei motorischen Einschränkungen einfach wäre. Stattdessen gibt es ein recht schmales Bedienfeld an der Vorderseite. Es nimmt die schmale Vorderseite fast, aber nicht ganz ein, deshalb trifft man nicht bei jedem Griff. Ich finde, Samsung hat hier eine Chance vertan.
Hast du das Feld gefunden, funktioniert die Bedienung wie gewohnt: ein-, zwei- oder dreimal drücken sowie nach oben und unten streichen für Musik, Anrufe und Lautstärke.
Neu ist die Kopfgestensteuerung: Klingelt das Telefon, nimmst du mit einem Nicken den Anruf an und lehnst ihn mit Kopfschütteln ab. Das funktioniert super und ist für mich übertrieben praktisch, wenn die Hände voll, nass oder dreckig sind oder man zu faul ist, die Hand zum Ohr zu heben. Ich finde das tausendmal nützlicher als die Fingerübungen bei der Gestensteuerung der Galaxy Watch.
Der Tragekomfort ist genauso gut wie bei den Buds 3 Pro. Mit den passenden Aufsätzen sitzen sie bombenfest und sind angenehm im Ohr, beim Sport fallen sie nicht raus.
Galaxy AI und Übersetzer
Samsung hatte beim Presseevent von tieferer Integration in Galaxy AI gesprochen. Gefunden habe ich nur, dass man über die Buds Bixby, Gemini oder jetzt auch Perplexity per Sprachbefehl aktivieren kann, also genau wie beim Sprechen ins Smartphone. Die Buds sind nur das Sprachrohr. Was das mit KI zu tun haben soll, weiß ich nicht. Vielleicht stolpere ich nach Updates noch darüber.
Bei der Echtzeitübersetzung hat sich nichts verändert. Du musst nach wie vor das Galaxy-Smartphone herausholen, die Dolmetscher-App starten und bekommst die Übersetzung in die Ohren. Praktisch ist, dass man die App per Drücken und Halten über die Buds starten kann, wenn man das vorher eingestellt hat. Es gibt aber zwei Abers:
- Das Galaxy-Smartphone muss in Hörweite sein, und du musst vorher in der App die zu übersetzende Sprache einstellen. Die Buds erkennen sie nicht von selbst.
- Die Buds dienen nur als Sprachausgabe, nicht als Mikrofon. Das übernimmt das Smartphone.
Die Übersetzung ist so gut, wie KI-Übersetzer derzeit sind. Für einfache Gespräche im Urlaub oder Business-Meetings sollte es reichen.
Einstellungen, ANC und Klang
Geändert hat sich die Einbindung: Die Galaxy Buds werden nicht mehr in der Wearable App integriert, sondern direkt über das Bluetooth-Menü gesteuert. Ich habe ungelogen eine Stunde versucht, meine Buds mit der Wearable App zu koppeln. Spar dir das. Du gehst ins Bluetooth-Menü, tippst auf das Zahnrad und bist in den Einstellungen.
Dort wählst du den Modus: alles aus, Umgebungsgeräusche wie ohne Buds, adaptiv, bei dem die KI entscheidet, wie stark das ANC sein soll, oder volles ANC mit Abstufungen. Bei den Abstufungen konnte ich keinen Unterschied feststellen.
Samsung sagt, das ANC sei gegenüber den Buds 3 Pro verbessert. Das kann ich nicht uneingeschränkt bestätigen, weil das ANC der Buds 3 Pro schon überragend war, meines Erachtens das beste bei In-Ear-Bluetooth-Kopfhörern. Als Kaufentscheidung wäre das ANC kein Unterschied für mich.
Beim Klang habe ich ebenfalls Probleme, massive Verbesserungen zu hören. In den Buds 4 Pro steckt ein Zwei-Wege-Lautsprecher mit einem größeren 11-mm-Woofer, bei den Buds 3 Pro waren es 10,5 mm. In der Praxis höre ich keinen großen Unterschied. Ich bin kein Audioexperte, aber mit meinen Alltagsohren höre ich nur in den Höhen einen klitzekleinen Unterschied: Die Buds 4 Pro klingen etwas angenehmer. Die Buds 3 Pro waren aber schon richtig toll, und ich war nach anderthalb Jahren mit dem Klang zufrieden. Mit dem Equalizer lässt sich der Klang anpassen. Der Hi-Res-Sound mit 24 Bit und 96 kHz klingt ein bisschen besser, funktioniert aber nur mit einem aktuellen Galaxy-Gerät und haut mich nicht aus den Socken.
Sprachqualität, Akku und Bluetooth
Verbessert hat sich etwas für deine Gesprächspartner. Mikrofone und die Voice Pickup Unit, also der Knochenschallsensor, nehmen im Zusammenspiel nicht nur die Stimme, sondern auch die Vibration beim Sprechen auf, um sie von Hintergrundgeräuschen zu trennen. Die Technik war schon in den Buds 3 Pro vorhanden, Samsung hat sie verfeinert. Die Stimme klingt für den Gesprächspartner etwas besser, und Störgeräusche werden etwas besser herausgefiltert.
Beim Akku hat sich nichts verändert. Bluetooth 6.1 soll die Verbindung stabiler machen, aber auch mit den Buds 3 Pro hatte ich nie Probleme.
Fazit: 4 Pro oder 3 Pro?
Spürbar im Alltag sind aus meiner Sicht die Kopfgesten, die verbesserte Sprachqualität für deine Gesprächspartner und das Design. Ich würde niemanden verurteilen, der sich nur wegen des neuen Designs für die Galaxy Buds 4 Pro entscheidet. Wenn dich diese Punkte nicht interessieren, nimm die günstigeren Galaxy Buds 3 Pro und freu dich, dass du Geld gespart hast.
Fragen und Antworten
- Was kosten die Galaxy Buds 4 Pro?
- Die Samsung Galaxy Buds 4 Pro kosten 249 € UVP. Die Galaxy Buds 3 Pro sind deutlich günstiger.
- Sind die Galaxy Buds 4 Pro besser als die Buds 3 Pro?
- Im Alltag spürbar sind neues Design, Kopfgesten und eine etwas bessere Sprachqualität am Mikrofon. ANC und Klang unterscheiden sich kaum, der Akku ist gleich.
- Wie koppelt man die Galaxy Buds 4 Pro?
- Die Buds 4 Pro werden nicht mehr in der Galaxy Wearable App eingebunden, sondern über das Bluetooth-Menü gesteuert. Dort öffnest du über das Zahnrad die Einstellungen.
- Können die Galaxy Buds 4 Pro live übersetzen?
- Ja, aber wie bei den Buds 3 Pro nur mit Galaxy-Smartphone in Reichweite und gestarteter Dolmetscher-App. Die Sprache musst du vorher einstellen, die Buds dienen nur als Sprachausgabe.